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Dürfen Urnen mit der Post versandt werden?

16.04.2015

Bei einem Sterbefall vor drei Wochen hat der Bestatter jetzt die Urne 120 km weit mit dem Leichenwagen gefahren. Dafür berechnet er 240 x 2,98 €. Also insgesamt 715,20 Euro.

Das finden wir zu teuer. Der Bestatter sagt, das koste eben so viel, man könne Urnen ja nicht mit der Post schicken. Was meinen Sie dazu? Darf der Bestatter überhaupt so viel Geld für eine Fahrt nehmen?

Fangen wir mit der letzten Frage an:

Ja, der Bestatter kann durchaus einen angemessenen Preis für die Fahrten mit dem Bestattungswagen verlangen.

Die Anschaffung und der Unterhalt solcher Fahrzeuge ist nicht unerheblich. Hinzu kommt, daß so ein Bestattungsfahrzeug nicht den ganzen Tag unterwegs ist, wie etwa ein Paketdienst und deshalb weniger und kürzere Fahrten zur Verfügung hat, um sich zu amortisieren.

Der Bestatter kann also für den Transport eines Verstorbenen durchaus einen km-Preis zwischen 1,00 Euro und 3,00 Euro verlangen.

Das gilt nicht, wenn er mehrere Verstorbene transportiert. Bestatter argumentieren oft, auch in solchen Fällen könnte man für jeden transportierten Leichnam die volle Gebühr verlangen, denn es handele sich um eine Pauschale.

Fair und gerecht ist das aber nicht. Gute Bestatter berechnen Einzelfahrten voll und Transporte mit mehreren Särgen nur zu einem reduzierten Preis, oft auch einer Pauschale.

Anders verhält es sich beim Transport einer Urne. Hier streiten sich die Geister, ob durch die jeweiligen Landesbestattungsgesetze nun eine Urne mit einem Leichnam gleichzusetzen ist.

Klar ist, daß von einer Urne keine hygienische Beeinträchtigung ausgehen kann, die für die strikten Vorschriften beim Leichentransport verantwortlich sind.

Viele meinen, hierfür sei kein Bestattungsfahrzeug vorgeschrieben und der Einsatz eines solchen ist auch nicht sinnvoll.

Urnen werden vielfach mit einem normalen PKW abgeholt. Meist ist aber auch gar keine einzelne Fahrt dafür notwendig, die Bestatter nehmen die fertigen Urnen im Leichenwagen mit, wenn sie einen neuen Sarg am Krematorium abliefern.

Soll die Urne nun auf einen auswärtigen Friedhof gelangen, so bietet sich der Paketversand an. Pakete sind versichert und dank der Sendungsverfolgung auch sehr sicher.

Die hierfür anfallenden Kosten und ein eventueller Mehraufwand bei der Verpackung werden meist mit 50-75 Euro abgerechnet, auch wieder eine Pauschale.

Eine Urne 120 Kilometer weit mit dem Bestattungswagen zu fahren, ist schlichtweg Unsinn. Das kostet den Bestatter zuviel Zeit, zuviel Benzin und belastet das teure Fahrzeug unnötig mit Kilometern.

Liegt kein besonderer Grund vor, dann ist der Postversand Gang und Gäbe.

 

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