Aufgaben eines Bestatters

Zuletzt aktualisiert am 21.3.2020 | Autor:

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, gibt es nicht nur viel Organisatorisches zu regeln, sondern auch der Gang zum Bestatter steht an. Da meist mehrere Bestatter an einem Ort vorhanden sind, möchten wir Ihnen einmal kurz erläutern, woran Sie einen seriösen Bestatter erkennen.

Was macht eigentlich ein Bestatter?

Er / Sie ist zunächst einmal die erste Ansprechperson für die Hinterbliebenen, hilft bei der Trauerbewältigung und organisiert den Ablauf bis zur Beisetzung. Wird er im Todesfall beauftragt, ist er berechtigt, den Verstorbenen vom Sterbeort abzuholen und zu überführen.

Folgende Aufgaben übernimmt ein Bestatter

  • führt ein Beratungsgespräch mit Ihnen, auf Wunsch auch zu Hause, und klärt die Frage, was jetzt zu tun ist.
  • übernimmt für Sie sämtliche Formalitäten.
  • holt den Verstorbenen ab und übernimmt die Überführung ( im In- und Ausland )
  • wäscht den Verstorbenen und kleidet ihn an ( auf Wunsch auch im Beisein der Angehörigen ).
  • führt ggfs. thanatopraktische Behandlungen und Rekonstruktionen ( zum Beispiel bei Unfalltod ) durch.
  • erstellt auf Wunsch individuelle Erinnerungsstücke ( auch im Beisein der Angehörigen – Totenmasken, Hand- und Fußabgüsse, sowie einzigartige Schmuckstücke durch den ganz persönlichen Fingerabdruck des Verstorbenen.)
  • gestaltet die Abschiednahme, ggfs. durch individuelle Hausaufbahrung
  • gestaltete eine stilvolle und persönlich-individuelle Trauerfeier ( aller Weltreligionen ).
  • berät bei der Auswahl der angemessenen Trauermusik
  • spricht mit der Geistlichkeit einen Besuchstermin ab
  • organisiert einen Trauerredner, auch aus dem persönlichen Umfeld.
  • formuliert und druckt Ihre Trauerkarten sowie Ihre Danksagungen und gestaltet Gedenkbilder (Sterbebildchen) oder Trauerprogramme und Kaffeekarten.
  • schaltet Todesanzeigen in allen gewünschten Zeitungen.
  • liefert Särge, Urne und Bestattungsartikeln (Devotionalien)
  • organisiert Erd- oder Feuerbestattungen
  • organisiert See- und Naturbestattungen
  • organisiert Trauerkaffee oder Gedenkfeier

Überführungen von Verstorbenen auch über größere Distanzen werden heutzutage übernommen. Dazu gehört auch die Organisation einer Bestattung im Ausland.

Bestatter - Ein Beruf mit unangenehmem Image

Der Beruf des Bestatters steht nicht sehr hoch in der Skala des sozialen Ansehens, nicht zuletzt weil sein Image durch die fälschliche Identifikation als Totengräber sowie in diversen Filmen geprägt wurde.

Darüber hinaus wird den seriösen Beerdigungsinstituten häufig das Leben schwer gemacht von Discount-Bestattern, die billigen Service für billiges Geld anbieten. Wegen der niedrigen Preise bekommen sie nicht selten eine Vielzahl von Aufträgen, da natürlich auch in diesem Gewerbe der Preiskampf den Ausschlag gibt. Dabei bleibt jedoch meist die Qualität bei der Durchführung einer Beerdigung auf der Strecke. Oft werden sogar Basisleistungen, wie beispielsweise die Überführung, von Discount-Bestattern eigens berechnet. Daher haben solche Unternehmen dem Image des serösen Bestatters besonderen Schaden zugefügt.

Auch wird dieser Berufsstand immer mit Trauer in Verbindung gebracht, was ebenfalls für das Ansehen nicht besonders förderlich ist. Achten Sie daher beim Gang zu einem Beerdigungsinstitut, den Sie stets in objektiver Begleitung durchführen sollten, auf den Zustand des Arbeitsumfeldes, wie zum Beispiel auf die gepflegte Bekleidung und Arbeitsumgebung des Bestatters sowie auf das würdige Ambiente.

Hohe Anforderungen an soziale und fachliche Kompetenzen

Nicht selten sind Sie, als Angehöriger und/oder Hinterbliebener, mit der Situation völlig überfordert, weil Sie sich ja noch mitten in der Trauerphase befinden. Das Einfühlungsvermögen und die sanfte Begleitung durch den Bestatter ist bei der Abwicklung der nötigen Formalitäten ein Muss. Daher ist ein besonders hohes Maß an sozialen und fachlichen Kompetenzen zur Ausübung dieser Tätigkeit erforderlich, denn die Bestattung ist eine äußerst verantwortungsvolle Aufgabe.

Ebenso werden fachliche Fähigkeiten gefordert, denn der moderne Bestatter versteht sich als Dienstleister und ist sozusagen Vertreter der Angehörigen bei der Bestattungs-Durchführung. Wie oben beschrieben kümmert sich der Bestatter um den genauen Ablauf, besorgt bei speziellen Beisetzungen, wie zum Beispiel bei einer Seebestattung, nötige Dokumente und wickelt gegebenenfalls mit Ärzten und Behörden erforderliche Formalitäten ab.

Zusätzlich kümmert er sich um die Grabstelle und den Ablauf des Begräbnisses in Übereinstimmung mit dem Willen des Verstorbenen (soweit dieser bekannt ist) und den Angehörigen. Auch müssen Sie mit ihm gegebenenfalls die Grabpflege besprechen, und er hat die Aufgabe, sich in allen Belangen (Einkleiden, Einbetten) um die Aufbewahrung des Leichnams zu kümmern.

Ein guter Bestatter sollte jedoch nicht nur

  • im Umgang mit den Hinterbliebenen eine besondere Empathie ("Herzliches Beileid") beweisen,
  • sondern auch Respekt gegenüber dem Verstorbenen zeigen, beispielsweise in Bezug auf die religiösen Rahmenbedingungen der Beerdigung.

Regelmäßiger Kontakt mit den Hinterbliebenen, um sie während ihrer Trauer zu begleiten und zu unterstützen, ist dafür besonders wichtig.

Woran erkenne ich einen seriösen Bestatter?

Eine kleine Hilfestellung bei der Auswahl des richtigen Bestatters gibt Ihnen die folgende Checkliste:

  1. Branchensiegel „Bestatter – vom Handwerk geprüft“
  2. bestenfalls Mitglieder in anerkannten Verbänden und Vereinen
  3. Zustand des Arbeitsumfeldes, der -kleidung und -geräte
  4. persönliches Beratungsgespräch (meist kostenlos & unverbindlich)
  5. soziale & fachliche Kompetenzen (Herzliches Beileid, Respekt vor Toten, behördliche Anforderungen)
  6. respektieren der Kundenwünsche und -vorstellungen
  7. Aufklärung über Bestattungsalternativen