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Das Testament – der letzte Wille

Im Testament die Erbschaft regeln

Streit um Ihr Erbe können Sie im Vorfeld vermeiden, wenn Sie rechtzeitig Vorsorge für den Todesfall treffen. Sie selbst verfügen, wer nach ihrem Tod erben soll. Für die Bestattungsvorsoge ist das Testament allerdings ungeeignet.

Lesen Sie auf dieser Seite:

Wann ist ein Testament gültig?

Ein Mensch kann so viele Testamente schreiben, wie er möchte. Es zählt tatsächlich immer das letzte, aktuellste Testament.

Wenn sie ein Testament aufsetzen, müssen sie bestimmte Formalien einhalten. Ansonsten kann das Testament ungültig sein. Das eigenhändige Testament muss vollständig handschriftlich aufgesetzt und unterschrieben sein.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen kein Testament aufsetzten und im Alter von 16 – 18 Jahre darf nur ein öffentliches Testament beim Notar verfasst werden.

Eheleute und Verpartnerte können ein gemeinsames Testament aufsetzen. Dieses gilt dann für beide. Jeder der beiden kann und darf sich aber auch darauf verlassen, dass es so, wie im gemeinsamen Testament festgelegt, auch bleibt.

Einseitig kann man nun kein neues, aktuelleres Testament verfassen.

Anweisungen zur Bestattung im Testament

Das Testament ist ein eher ungeeigneter Platz, um Anweisungen für seine Bestattung niederzulegen. Der Grund ist der normale Ablauf, wenn eine Person stirbt.

  • Der Tot tritt ein,
  • ein Arzt wird gerufen,
  • der Bestatter wird angerufen,
  • die Angehörigen sprechen mit dem Bestatter die Beerdigung durch und anschließend findet
  • die Beerdigung/Einäscherung statt.

Meist erst erheblich später wird das Testament eröffnet. Darin befindliche Anweisungen zur Bestattung kommen zu spät.

Unser Rat: Gehen Sie zu einem Bestatter, besprechen Sie mit ihm alles Notwendige und lassen Sie ihn es niederschreiben. Vom Bestatter erhalten Sie dann jeder einen Vorsorgeausweis. Diesen tragen Sie bitte immer bei sich, am besten direkt beim Personalausweis. Kommt man ins Krankenhaus oder Altenheim, gibt man diesen Ausweis den verantwortlichen Personen zur Einsicht.

Damit ist sicher gestellt, daß im Falle des Todes die Chance besteht, daß man anhand dieses Ausweises Bescheid weiß, daß für Sie beim Bestatter XYZ alle Vorkehrungen getroffen sind.

Nur so können Sie weitestgehend sicher sein, daß auch alles seinen Gang geht. Das ist und bleibt der sicherste Weg.

Auch auf diese Weise müssen Sie nicht mit ihren Kindern und Enkeln sprechen, wenn Sie das nicht möchten. Auch der finanziellen Regelung Ihres Nachlasses über das Testament steht dadurch nichts im Wege.

TIPP: Stellen Sie die finanziellen Mittel für Ihre Beerdigung durch ein Sparbuch oder Einzahlung auf ein Treuhandkonto dem Bestatter zur Verfügung.
Es ist keine gute Idee, das über den Nachlass zu regeln, da sich hieraus oft Erb- und Verantwortlichkeitsstreitigkeiten unter den Erben ergeben.

Die Erbfolge – wer kann wie erben?

Wenn Sie ihren letzten Willen nicht in einem Testament festhalten, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Demnach erben grundsätzlich nur Verwandte, die gemeinsame Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, aber auch noch entfernte gemeinsame Vorfahren haben.

Ausgeschlossen von der gesetzlichen Erbfolge sind somit beispielsweise Schwiegermutter, Schwiegersohn, Stiefvater, Stieftochter oder angeheiratete Tanten und Onkels. In diesen Fällen gibt es keine gemeinsamen Vorfahren.

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Diese gilt für Adoptivkinder, denn sie sind den leiblichen Kindern gleichgestellt. Obwohl sie auch keine gemeinsame Vorfahren haben, trifft die Ausnahme auch bei Ehegatten und eingetragener Lebenspartnerschaft zu.

Nicht alle Verwandten in der gesetzlichen Erbfolge sind gleichberechtigt und daher unterscheidet man hier nach Erben verschiedener Ordnung.

Erben 1. Ordnung

Zu diesen Personenkreis gehören nur Abkömmlinge des Verstorbenen, also Kinder, Enkel, Urenkel,…

Beispiele:

  • Der Erblasser hat einen Sohn und 2 Nichten. Der Sohn 1. Ordnung erbt und die Nichten 2. Ordnung nichts.
  • Der Erblasser hat einen Sohn, eine mittlerweile verstorbene Tochter und deren 3 Kinder. Alle sind als direkte Abkömmlinge Erben 1. Ordnung und der Sohn erhält die Hälfte des Erbes und die Enkel teilen sich die andere Hälfte, der verstorbenen Tochter, auf.

Erben 2. Ordnung

Das sind die Eltern des Verstorbenen und deren Kinder (Geschwister) und Kindeskinder (Neffen und Nichten). Verwandte 2. Ordnung können nur Erben, wenn keine Verwandten 1. Ordnung vorhanden sind.

Beispiel:

  • Der Erblasser hat eine Nichte und einen Neffen. Die Eltern sind bereits verstorben sowie der Bruder. Nichte und Neffe erben somit jeweils die Hälfte.

Erben 3. Ordnung

Der Personenkreis umfasst die Großeltern und deren Kinder und Kindeskinder (Tante, Onkel, Cousin, Cousine usw.).

Erben 4. Ordnung

Hier treten für bereits verstorbene Abkömmlinge der Großeltern nicht mehr deren Abkömmlinge ein. Grundsätzlich erbt dann der Nächstverwandte allein.

Der Ehegatte als Erbe

Unabhängig vom Güterstand erbt der Ehepartner neben Abkömmlingen ¼, neben Verwandten der 2. Ordnung und neben Großeltern ½.
Lag der Güterstand der Zugewinngemeinschaft vor, erhöht sich der Erbteil um ¼. Sind weder Großeltern noch Verwandte 1. oder 2. Ordnung vorhanden, erhält der Ehepartner die ganze Erbschaft.

Ist ein Testament sinnvoll?

Um dies zu beantworten, stellen & beantworten Sie sich folgende Fragen:

  • Leben sie unverheiratet in einer Beziehung und möchten Ihrem Partner etwas vererben?
  • Möchten sie Familienmitgliedern mit den sie nicht direkt verwandt sind etwas hinterlassen?
  • Oder möchten sie verhindern, dass ein gesetzlicher Erbe einen Teil des Nachlasses erhält?

In diesen Fällen ist das Testament notwendig, um ihren letzten Willen festzuhalten. Ein Testament hat immer Vorrang vor der gesetzlichen Erbfolge. Eine Ausnahme stellt nur der Pflichtteil dar.

Unsere Empfehlung

Die Eröffnung des Testaments bzw. die Beantragung eines Erbscheins kann unter Umständen erst nach der Beisetzung erfolgen. Daher sollten Wünsche dereinstigen Bestattung in einem Vorsorgevertrag beim Bestatter festgehalten werden.

Für eine schnelle Begleichung der Bestattungskosten empfiehlt sich zudem eine Sterbegeldversicherung. Mit Einreichung der Sterbeurkunde und des Versicherungsscheines wird sofort das Sterbegeld fällig und ausgezahlt.

Wir bieten Generationenberatung an

Gerne steht Ihnen zu den Thema unsere Teamleiterin und Generationenberaterin (IHK) Frau Tanja Hülsmann zur Verfügung. Als zertifizierte Generationenberaterin (IHK) kennt Sie sich mit der Thematik bestens aus und steht Ihnen für Fragen auch gerne telefonisch unter 0234/962240 zur Verfügung.

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