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Was ist Sterbegeld?

Sterbegeld bei einem Trauerfall

Ein Sterbegeld soll alle anfallenden Kosten für eine Beerdigung sowie gegebenenfalls die anschließende Grabpflege abdecken. Es wird beim Tod an die Hinterbliebenen bzw. Begünstigten ausbezahlt.

Einen generellen Anspruch auf ein gesetzliches Sterbegeld im Todesfall gibt es nicht. Eine private Vorsorge zur Finanzierung des Sterbegeldes ist daher sinnvoll.

Ursprung des Sterbegeldes - Bismarcksche Sozialgesetzgebung

Die Sozialversicherung in Deutschland wurde ursprünglich am Ende des 19. Jahrhunderts im Deutschen Kaiserreich gegründet. Reichskanzlers Otto von Bismarck war für die Einführung der Arbeiterversicherung verantwortlich. Der Reichstag verabschiedete dann am 15. Juni 1883 das Krankenversicherungsgesetz. 

Die gesetzliche Krankenversicherungspflicht wurde für gewerbliche Arbeiter eingeführt. Damit hatten die Versicherten einen Rechtsanspruch auf Sachleistungen wie freie ärztliche Behandlung, Arzneimittel sowie Geldleistungen wie beispielsweise Krankengeld und Sterbegeld. Schon zur damaligen Zeit durften die Krankenkassen Mehrleistungen anbieten und auch Familienangehörige aufnehmen.  

Sterbegeld der gesetzlichen Krankenversicherung

Bis 2004 haben die gesetzlichen Krankenkassen beim Tod eines Versicherten an die Hinterbliebenen ein Sterbegeld ausgezahlt. Dieses betrug im Jahr 1998 ursprünglich 3.100 Euro. Mit der Gesundheitsreform 2004 hatten die gesetzlichen Krankenkassen das Sterbegeld aus dem Leistungskatalog gestrichen und somit in die Verantwortung der Bürger zurückgegeben. Die Angehörigen erhalten beim Tod eines lieben Menschen seitdem keine finanzielle Unterstützung mehr von der Krankenkasse.

Sterbegeld der Unfallversicherung

Sterbegeld einer Unfalssversicherung

Beim Tod infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit zahlt ggfs. die gesetzliche Unfallversicherung ein Sterbegeld aus. Die Höhe beträgt ein Siebtel der zum Todeszeitpunkt geltenden Bezugsgröße.


Im Jahr 2017 liegt die Bezugsgröße in den alten Bundesländern bei 35.700 Euro, in den neuen Ländern bei 31.920 Euro. Das Sterbegeld aus der gesetzlichen Unfallversicherung beträgt also 5.100 Euro bzw. 4.560 Euro.

Sterbegeld der gesetzlichen Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt hingegen kein Sterbegeld. Allerdings erhalten die Ehepartner der Verstorbenen im ersten Vierteljahr der Witwen- bzw. Witwerrente die volle Rente des Rentenversicherten in dieser Sterbeüberbrückungszeit ausgezahlt.

Die entsprechenden Formalitäten werden häufig vom Bestattungsunternehmen erledigt, damit aus diesen Geldern zunächst die Rechnung für die Bestattung bezahlt werden kann. Es ist jedoch zu beachten, dass auch die laufenden Haushaltskosten der Witwe bzw. des Witwers wie z.B. Miete aus diesen Mitteln gedeckt werden müssen, wenn diese Lebenshaltungskosten bisher aus den Rentenbezügen des Verstorbenen gedeckt wurden. Der erhöhte Rentenbetrag soll für den Hinterbliebenen den finanziellen Übergang auf die veränderten Verhältnisse nach dem Tod des Ehepartners erleichtern.

Sterbegeld für Beamte und Arbeitnehmer

Die Hinterbliebenen von Beamten bzw. Beamten im Ruhestand erhalten einmalig ein Sterbegeld in Höhe der zweifachen Dienstbezüge bzw. des zweifachen Ruhegehaltes. Dies ist in Paragraf 18 des Beamtenversorgungsgesetzes geregelt.

Einige Firmen zahlen darüber hinaus freiwillig ein Totengeld, wenn ein Arbeitnehmer verstirbt. Dies ist dann entweder im Tarif- oder im Arbeitsvertrag geregelt. Auch in welcher Höhe das Sterbegeld gezahlt wird, ist hierbei schriftlich festgehalten. Solche Regelungen sind allerdings eher die Ausnahme.

Sterbegeld vom Sozialamt

Sterbegeld vom Sozialamt

Heutzutage muss jeder selbst finanziell für die dereinstige Bestattung vorsorgen oder die Kosten werden aus dem Nachlass gedeckt. Wenn der Verstorbene keine für die Bestattung ausreichenden Mittel hinterlässt, werden die bestattungspflichtigen Angehörigen herangezogen.

Bestattungspflichtige in schwierigen finanziellen Verhältnissen können beim Sozialamt einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Dieser wird bewilligt, wenn dem Angehörigen nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen. Es werden nur Kosten für eine einfache Bestattung übernommen.

Aufgrund der erforderlichen Nachforschungen dauert eine Bewilligung durchschnittlich bis zu 9 Monate. Die Bestattungsunternehmer sind in der Vergangenheit daher meist in Vorleistung getreten, nehmen aber aufgrund von Zahlungsausfällen zunehmend Abstand davon.

Sterbegeld aus privater Vorsorge

Reine Sterbegeldzahlungen aus den oben genannten Quellen sind eher die Ausnahme. Einen generellen Anspruch auf ein gesetzliches Sterbegeld gibt es nicht. Häufig bleiben die Angehörigen  ohne ausreichende finanzielle Unterstützung zurück und müssen im schlimmsten Fall bei der Gestaltung der Bestattung Abstriche machen.

Wer sowohl die Belastung der Hinterbliebenen verhindern will als auch keine Kompromisse bei der eigenen Beerdigung eingehen möchte, kann mit einer privaten Sterbegeldversicherung vorsorgen. Diese zahlt bei Tod ein Sterbegeld in vereinbarter Höhe an die Hinterbliebenen aus. Sinnvollerweise wird die Sterbegeldversicherung bei einem Bestatter mit einem Bestattungsvorsorgevertrag gekoppelt. Dadurch wird die rechtssichere Zweckbindung des Kapitals für die Bestattung hergestellt und die eigenen Wünsche zur Bestattung werden im Vorfeld festgelegt.