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Zahlt die Sterbegeldversicherung auch das Kaffeetrinken?

Eine Leserin möchte wissen, ob man das Geld der Sterbegeldversicherung auch für das Kaffeetrinken verwenden darf:

Meine Eltern sind schon sehr alt. Beide sind dement und leben im Heim. Mutter hat immer gesagt, sie wünscht sich ein großes Familienfest mit Kaffeetrinken und Kuchen für alle Verwandten. Nun ist das Geld meiner Eltern längst durch die Pflege aufgefressen worden. Das war kein unerhebliches Vermögen, aber durch Heim, Pflege und das Sozialamt ist nun alles weg.

Wenn meine Mutter nun stirbt, was absehbar ist, wird die sterbekasse einen anständigen Betrag zahlen. Dieses Geld können wir auch für die Bestattung verwenden, da ich die Police habe und die Erbin bin. Schulden werden meine Eltern keine hinterlassen.

Nun meine Frage: Es wird genug Geld bei der Versicherung herauskommen, um das gewünschte Familienfest mit Kaffeetrinken abhalten zu können. Darf man aber das Geld von der Sterbekasse dafür nehmen? Eigentlich ist es ja für die Beerdigung zweckgebunden. Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Sie haben die richtigen Informationen in Ihrer Zuschrift geliefert. Aufgrund meiner Erfahrung, ich bin ja kein Anwalt, würde ich sagen, daß Sie das Geld für das Kaffeetrinken ohne weiteres verwenden können.

Die einfache Antwort, die man Ihnen in einem der Laienportale gegeben hätte, hätte entweder gelautet, daß man das problemlos darf oder daß das verboten ist.

Gerne wird pauschal behauptet, das Geld aus der Sterbegeldversicherung sei absolut zweckgebunden. Genauso gerne wird behauptet, derjenige, der die Police einreicht, sei der rechtmäßige Besitzer des Geldes.

Beides ist so nicht richtig.

Das Geld der Sterbegeldversicherung dient natürlich, das sagt schon der Name, in erster Linie zur Begleichung der Bestattungskosten. Es ist aber so zu verstehen, daß das Geld dann für die Bestattung genommen wird, wenn kein anderes Geld da ist.

Selbstverständlich steht es den Hinterbliebenen frei, die Bestattung anders zu finanzieren oder eine solche auszurichten, die weitaus weniger kostet, als bei der Versicherung herauskommt.

Das Geld der Sterbegeldversicherung ist also für einen bestimmten Zweck gedacht, aber nicht zwingend nur für diesen Zweck einsetzbar.

Das Geld gehört aber mit zum Erbe. Damit kann nicht grundsätzlich derjenige, der die Police einreicht, der rechtmäßige Besitzer des Geldes werden, sondern er muß auch Erbe dieses Geldes sein.

Das muß nicht zwangsläufig der gesetzliche Erbe sein. Es könnte auch sein, daß es neben dem Testament bzw. der gesetzlichen Erbfolge auch noch eine andere letztwillige Verfügung gibt, die z.B. besagt, daß Herr Meier die Police bekommt und einreichen darf, weil er sich im Gegenzug verpflichtet hat, die betreffende Person zu pflegen oder später die Grabpflege zu übernehmen.

Aber das sind alles nur Spielarten, deren rechtliche Einschätzung im Zweifelsfall ein Anwalt vornehmen müßte.

Im Normalfall, so wie er bei Ihnen gegeben ist (Sie sind im Besitz der Police und Erbin, Schulden gibt es keine), können Sie das Geld von der Sterbekasse in Empfang nehmen und natürlich auch für das beabsichtigte Kaffeetrinken verwenden, um den Wunsch der Mutter zu erfüllen.

 

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