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Wer bezahlt die Beerdigung von Flüchtlingen?

01.02.2016

Leserfrage: Angesichts des Flüchtlingsstroms der derzeit nach Deutschland kommt, stellt sich mir die Frage, wie Flüchtlinge es bezahlen, wenn beispielsweise ein älterer Flüchtling hier stirbt.

Ich nehme an, die werden alle für teures Geld in die Heimat zum Bestatten geflogen. Es wäre schön, wenn Sie in ihrem kompetenten Blog darauf mal eingehen würden.

Sehr gerne.

Die Landesbestattungsgesetze gelten nicht nur für Deutsche, sondern für jeden, der innerhalb deren Geltungsbereich verstirbt.

Wie bei allen, ist auch bei Flüchtlingen in erster Linie die Familie für die Bestattung zuständig.

Kann sich diese die Bestattung nicht leisten, so erhalten Flüchtlinge, wie auch Deutsche, eine Bestattungskostenbeihilfe.

Das Sozialgesetzbuch sieht eine einfach, würdevolle und ortsübliche Bestattung vor.

Ortsüblich bedeutet in aller Regel eine Feuerbestattung. Hier können aber religiöse Gründe vorliegen, weshalb eine Erdbestattung beispielsweise nach muslimischem Ritus eher als üblich angesehen werden kann.

Die Kosten dafür übernimmt zunächst das Sozialamt.

Sofern die Flüchtlinge über eigene Mittel verfügen, was nicht so selten der Fall ist, wie angenommen wird, stehen sie vor dem Problem, daß bei der Erstaufnahme dieses Geld sichergestellt wird.

Das dient zur Verbrechensverhütung. Einerseits sollen nicht unkontrolliert Gelder nach Deutschland fließen und andererseits schützt man die Betroffenen so vor Diebstahl und Raub in den Flüchtlingsunterkünften.

Sobald ihnen das Geld aber wieder zur Verfügung steht, müssen sie davon natürlich auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Bestattung eines Angehörigen aufkommen.

Eine Fernüberführung in ein anderes Land sieht das Sozialgesetzbuch nicht vor.

Es hat sich gezeigt, daß oft nur ein geringer Betrag seitens der Sozialbehörden aufgewendet werden muß, da die Betroffenen innerhalb der oft weit verzweigten Familien zusammenlegen, um die besonderen Wünsche und religiösen Erfordernisse erfüllen zu können. Eine Rückführung, etwa nach Syrien, kommt so gut wie nie vor.

 

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