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Wenn es am Ende eng wird - überschuldeter Nachlaß und Sterbegeldversicherung

27.05.2015

Sehr geehrter Herr Wilhelm!

Auch ich möchte mich für die vielen schönen Stunden in ihren Blogs bedanken. Oft haben Sie mir geholfen, auch als plötzlich meine Mutter vor kurzem verstarb wusste ich durch Sie was jetzt zu tun ist und passieren wird.Das gab und gibt mir Sicherheit in schwierigen Stunden.

Nun habe ich eine Frage und google hilft mir leider nicht weiter.

Nach dem Tod meiner Mutter hat mein Vater für sich eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen. Als Einzelkind bin ich als Verfügungsberechtigte eingetragen. Ich weiss schon jetzt, dass ich aufgrund von Schulden das Erbe im Todesfall meines Vaters ablehmen muss. Nun frage ich mich aber ob ich dann mir dir Sterbegeldversicherung auszahlen lassen darf um ihn zu beerdigen?

Ich hoffe Sie können mir vielleicht weiter helfen.

Vielen Dank im vorraus

Das ist eine recht schwierige Situation. Hier stehen mehrere berechtigte Interessen im Raum:

1. Ihr Interesse an einer würdevollen Bestattung Ihres Vaters.

2. Das Interesse des Bestatters an der Bezahlung seiner Rechnung.

3. Das Interesse der Allgemeinheit/Gläubiger im Fall von Schulden.

Nun möchte man ja zunächst meinen, eine Sterbegeldversicherung stehe grundsätzlich nur für eine Beerdigung zur Verfügung. Aus dem Blickwinkel eines Insolvenzverwalters ist es jedoch zunächst einmal nichts anderes als verwertbares Vermögen.

In der Regel kommt man ganz gut damit durch, daß man bei einem Todesfall eine Sterbegeldversicherung unverzüglich verwertet und dann das Erbe ablehnt. Ein Insolvenzverwalter oder Nachlaßbetreuer wird ebenfalls froh sein, wenn wenigstens die Frage der Bezahlung der Bestattungskosten geregelt ist.

Einen eventuellen Überschuß aus der Sterbegeldversicherung, also Geld das nicht für die Bestattung benötigt wurde, sollte man in solchen Fällen schnellstmöglich an den Nachlaß des Verstorbenen, d.h. auf sein zuletzt bekanntes Konto überweisen.

Das beschreibt aber nur die Situation, wie sie Gang und Gäbe ist.

Tatsächlich steht die Angelegenheit immer dann auf wackeligen Füßen, wenn keine frühzeitigen, festen Verträge über die Bestattung abgeschlossen wurden.

Je früher man beim Bestatter eine Bestattungsvorsorge abschließt und den Bestatter als Bezugsberechtigten vorsieht, umso sicherer ist man davor, daß bei überschuldetem Erbe auch die Sterbegeldversicherung mit herangezogen wird.

Bitte berücksichtigen Sie, daß bei der SOLIDAR-Sterbegeldversicherung keine Bezugsperson eingetragen werden muß. Hier wird gegen Vorlage von Police und Sterbeurkunde ausgezahlt.

Hatte der Verstorbene schon zu Lebzeiten eine Privatinsolvenz angemeldet, wirkt der Insolvenzverwalter oft auch über dessen Tod hinaus.

Da kann es passieren, daß selbst bereits erfolgte Zahlungen an den Bestatter zurückzuzahlen sind.

Insbesondere, so die Experten, geht der Betrag der Pfändungsfreigrenze bzw. des Schonvermögens in diesem Moment unter, da die Person wegen Todes in ihrer Existenzsicherung nicht mehr zu schützen ist.

In vorliegendem Fall kommt es insoweit natürlich darauf an, ob Sie schnell genug sind und entweder aufgrund eines eingetragenen Bezugsrechtes oder (wie bei der Solidar) unter Vorlage Original-Sterbeurkunden und Versicherungsschein die Leistung „abholt“. Sofern sie jedoch zunächst das Erbe ausschlägt und ggfs. anschließend eine Nachlass-Insolvenz angeordnet wird, kann dieser Weg zwar auch noch klappen. Ggfs. wird hier jedoch der Nachlaß-/Insolvenzverwalter nachhaken und z.B. bei aus seiner Sicht zu hohen oder nicht nachgewiesenen Kosten Rückzahlungen für die Masse fordern.

Entsprechend ist es auch bei solchen Situationen wichtig, frühzeitig die Bestattung unwiderruflich über einen Vorsorgevertrag mit Abtretung der Versicherung über einen Bestatter zu regeln, damit hier kein Zugriff mehr möglich ist, da hier m.W. dann entsprechende Ab- bzw. Aussonderungsrechte gelten. Aber eben nur bei frühzeitiger Vorsorge und nicht wenn erst um 5 vor 12 oder bei bereits angemeldeter Insolvenz (dann hätte man nämlich das Vorhandensein eines Vermögenswertes verschwiegen) die Regelungen erfolgen.

 

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