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Grabstättenschutzbrief, sinnvoll oder überflüssig? Ruhestättenschutzbrief

01.06.2015

Eine Leserin sandte mir dieses Reklameschreiben von der IDEAL-Versicherung ein. Ihr wird darin ein sogenannter Grabstättenschutzbrief angeboten.

idealgrabstaette

Laut Reklameschreiben gelten folgende Bedingungen:

finanzielle und seelische Entlastung der Hinterbliebenen

Absicherung aller wesentlichen Risiken durch Dritte (Vandalismus und Diebstahl)

Beschädigungen durch Naturereignisse (Sturm, Hagel, Überschwemmungen, Erdbeben) sind versichert

Versicherungsschutz für Anpflanzungen auf der Grabstelle

sogar bestehende Grabstätten sind versicherbar

Ersatz der Reparatur- bzw. Wiederbeschaffungskosten

Neuwertersatz

3 individuelle Versicherungsmodelle mit 1.000 €, 2.000 € und 3.000 € Versicherungssummen

Die Sache hat aber einen Haken. Meist sind bei solchen Versicherungen nur die Gegenstände auf einem Grab versichert, die fest mit dem Grab / Erdboden verbunden sind. Aber, wenn eine Grablaterne ordentlich einzementiert ist, wie groß ist die Gefahr, daß sie dann noch gestohlen wird?

Und wie häufig kommen Sturm, Hagel, Überschwemmungen und Erdbeben vor, die so stark sind, daß Grabsteine zerstört werden?

Im Wesentlichen wird man also im Schadensfall auf den Ersatz von Bepflanzungen hoffen. Doch hier ist die Summe, die erstattet wird, auf rund 150 Euro begrenzt und typischerweise muß man bei solchen Versicherungen auch noch einen Eigenanteil von 25-35 Euro bezahlen.

Die Stiftung Warentest findet so auch bei solchen Versicherungen erhebliche Nachteile:

"Vasen oder Lampen, die nicht fest installiert sind, werden nicht versichert. Schäden durch die häufigen Erdabsackungen deckt der Schutzbrief ebenfalls nicht ab, ebensowenig wie allmählich auftretende Schäden durch Wind, Wetter, Schimmel und Vogelkot.

Die Entschädigung für zerstörte Grabbepflanzung ist auf 125 Euro pro Versicherungsfall begrenzt. Gegen Diebstahl sind die Pflanzen überhaupt nicht versichert. Das Klauen von Pflanzen gilt aber als das auf Friedhöfen am häufigsten verübte Delikt.

An jedem Schadensfall muss sich der Versicherte mit 25 Euro bzw. 35 Euro selbst beteiligen.

Fazit: Sparen Sie sich das Geld – diese Police ist überflüssig. Die Wahrscheinlichkeit, dass Gräber beschädigt werden, ist nicht allzu hoch.

In vielen Fällen muss sowieso der Friedhofsträger, meist die Gemeinde, zahlen. Sie ist in der Pflicht, wenn Gräber durch Friedhofsarbeiter beschädigt werden oder ein Baum umstürzt."

Auch mein Fazit lautet: Diese Versicherung benötigt man nicht.

Sie ist nur dann eventuell sinnvoll, wenn der Friedhof schon häufiger von Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Es sind aber stets die Versicherungsbedingungen exakt zu prüfen, ob denn für den befürchteten Schadensfall überhaupt eine Deckung besteht.

 

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