Direkt Beitrag berechnen

Ihr Beitrag

Tarif 18
nur 0 € monatlich
Tarif 19
nur 0 € monatlich
Tarif EB
0 € einmalig

Wenn der Erbe die Bestattung bezahlen muss

Im vorliegenden Fall fragte eine Dame am Telefon, wie es denn um die Bezahlung der Bestattung steht, wenn man glaubt der Erbe zu sein.

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist ja der Erbe verpflichtet, die Bestattung des Erblassers zu bezahlen.

Hier geht der Gesetzgeber davon aus, daß derjenige, der am meisten vom Tod einer Person profitiert, auch für die Bestattungskosten einzustehen hat.

Ansonsten ist es ja so, daß die Landesbestattungsgesetze festlegen, wer zum Kreis der Bestattungspflichtigen gehört (Ehegatten, Partner, Kinder, Eltern usw.) und somit die Kosten zu tragen hat.

Ganz berechtigt fragt nun die Dame: "Ja, aber was ist denn, wenn ich annehme, die Erbin zu sein und beim Bestatter alles beauftrage. Und hinterher stellt sich heraus, daß jemand ganz anderes geerbt hat?"

Das ist so: Der Erbe schuldet dem verstorbenen eine ortsübliche, würdevolle und standesgemäße Bestattung. Gibt jemand anders die Bestattung in Auftrag, muss der Erbe die Kosten ersetzen. Das kommt oft vor, weil meist zum Zeitpunkt der Beerdigung das Testament noch gar nicht eröffnet wurde.

Die Anruferin wandte ein: "Wenn aber nun jemand anders die Bestattung beauftragt, weil er Bestattungspflichtiger ist, und diese Person dann, um einem eventuellen anderen Erben zu schaden, mal so richtig teuer beim Bestatter einkauft. So könnte er doch dem Erben richtig eine reinwürgen, oder?"

Es ist zwar so, daß der Erbe die Bestattung bezahlen muß, aber wie ich schon sagte, die Art der Bestattung, die er dem Verstorbenen schuldet, ist eine ortsübliche, würdevolle und standesgemäße Bestattung.

Was bedeutet das?

     

  • Ortsüblich heißt, daß sich die Bestattung im Rahmen dessen bewegen muß, was in der Gegend, in der der Verstorbene gelebt hat, allgemein üblich ist.
  • Würdevoll bedeutet, daß die Bestattung den allgemeinen Standards und Bestattungstraditionen entsprechen muß.
  • Standesgemäß bedeutet, daß die Bestattung so ausgerichtet werden muß, wie es der gesellschaftliche Stand des Verstorbenen erwarten läßt.
  •  

Im Einzelnen bedeutet das, das beispielsweise in Bayern eine Beerdigung im Grab mit Totenmesse, Pfarrer und Blumen stattfände, während in Sachsen eine Feuerbestattung mit Trauerfeier und Trauerredner eher üblich wäre.

Daß die Würde des Zeremoniells gewahrt bleiben muß liegt auf der Hand.

Am meisten wundert es immer, daß die Bestattung auch standesgemäß sein muß. Aber wer es in seinem Leben zu etwas gebracht hat, bekommt eben auch eine seinem Stand entsprechende Bestattung.

Diese Regelung ist aus zwei Gründen wichtig:

     

  • Es soll sichergestellt sein, daß der Erbe den Verstorbenen nicht einfach verscharren läßt, sondern im Gegenzug für das Erbe auch eine anständige Bestattung ausrichtet.
  • Der Erbe soll vor zu hohen Kosten geschützt werden. Denn mehr als würdevoll, ortsüblich und standesgemäß muß die Bestattung nicht sein. Bestellt ein anderer die Bestattung und schlägt bei der Auftragsvergabe über die Stränge, wird er auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben. Der Erbe schuldet nur das oben Beschriebene.
  •  

Die Dame am Telefon fragte weiter: "Wenn der Verstorbene eine Sterbeversicherung hatte, sagen wir über 3.000 Euro. Bedeutet das, daß die Bestattung genau 3.000 Euro kosten darf?"

Im Zusammenhang mit dem oben Gesagten bedeutet das zunächst gar nichts. Im Streitfall könnte sich eine der Parteien auf den Standpunkt stellen, der Verstorbene habe eine Bestattung, die in etwa 3.000 Euro kostet, für sich selbst für erwartbar gehalten.

Tatsächlich schuldet der Erbe aber die oben näher beschriebene Bestattung. Ist diese für weniger Geld als 3.000 Euro zu bekommen, so fließt das überschüssige Geld in die Erbmasse. Ist die Bestattung hingegen teurer als 3.000 Euro und entspricht den obigen Vorgaben, dann wird er den Rest noch aus der Erbmasse oder der eigenen Tasche draufzahlen müssen.

Ganz allgemein ist es klug, eine Beerdigungsversicherung so hoch abzuschließen, daß sie auch für die Beerdigung, den beabsichtigten Grabstein und alles weitere reicht.

Oftmals denken die Menschen aber auch pragmatisch und schließen eine Bestattungsversicherung mit einem geringeren Betrag ab. Für sie ist es Ehrensache, daß man eine Sterbeversicherung hat, um die Angehörigen vor großer finanzieller Not zu bewahren und die wenigstens den größten Teil, aber eben nicht alles, an Kosten abdecken soll.

 

Zurück


Archiv