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Wenn das Grab einsackt

16.03.2016

Das höre ich ganz oft in meinen Sprechstunden:

"Wir waren heute auf dem Friedhof. Die Beerdigung von meinem Vater ist jetzt 6 Monate her. Auf einmal ist das Grab ganz tief eingesackt. Erst war es nur ein Riss in der Erde, dann eine kleine Kuhle. Meine Mutter hat dann beim Gärtner vorne am Friedhof sündhaft teure schwarze Graberde gekauft und das aufgefüllt.

Jetzt war der erste Regen und die teuere Erde ist komplett verschwunden, einfach geschluckt worden vom Grab und es ist jetzt eine Kuhle da, ca. 1 Meter 20 lang, 50 cm breit und bestimmt 30-40 cm tief.Alle Blumen sind locker oder umgefallen, das Bäumchen steht ganz schief. Erst war ein Haufen auf dem Grab, den wir mühsam glätten mussten und jetzt ein Loch!!! Was machen wir?"

Das ist eigentlich ganz normal.

Bitte stellen Sie sich vor, daß der Sarg in eine nackte Grube gestellt wurde. Er steht mit seinen vier Füßen auf dem Boden des Grabes. Nach der Beerdigung wird das Erdreich wieder ins Grab gefüllt. Diese Erde gelangt aber nicht unter den Sarg.

Obwohl die Arbeiter die Erde festdrücken, ist sie immer noch sehr locker, auch über Monate hinweg.

Durch Witterung und Regen sackt die Erde, wird kompakter und rutscht auch langsam unter den Sarg und verfestigt sich.

Die Friedhofsarbeiter wissen das und haben deshalb beim Verschließen des Grabes einen Grabhügel angelegt. Dieser Erdhügel ist sozusagen die Reserve für das Nachrutschen.

Normalerweise sollte das ausreichen. Aber wenn man diesen Grabhügel zu früh abträgt und glättet, fehlt die Reserve.

Es ist keine gute Idee, ein entstehendes Loch oder eine Senke mit teurer schwarzer Graberde zu füllen.

Diese speziell aufbereitete schwarze Erde heißt zwar Graberde, ist aber nicht zum Auffüllen gedacht.

Sie ist ein Ziermaterial, das man zur Verschönerung des Anblicks in einer dünnen Schicht nur oben auf das Grab streut.

Zum Auffüllen sollte man richtige Erde nehmen.

Bitte fragen Sie die Friedhofsmitarbeiter, ob sie nicht bei Gelegenheit eine kleine Ladung Erde neben oder auf das Grab kippen können.

Manchmal helfen da auch ein paar Euro. Die Arbeiter sind immer auch mit Fahrzeugen und Maschinen auf dem Friedhof tätig und können das doch leichter erledigen als eine ältere Person, die die Erde mühsam in kleinen Plastikbeuteln für teures Geld beschaffen und tragen muss.

Das Phänomen kann sich nach Monaten und auch nach Jahren nochmals wiederholen. Irgendwann wird auch das Holz des Sarges vergehen und wieder ein Hohlraum entstehen, der dann die Oberfläche des Grabes einsacken läßt. Das ist alles vollkommen normal.

 

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