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Wann war die allererste Bestattung?

Eine Leserin des Ehrensacheblogs hat sich die Mühe gemacht und ist mir bis zu meinem Bestatterweblog gefolgt, um dort meine Telefonnummer herauszufinden.

Sie hat mich heute Morgen angerufen und wollte wissen, ob ich ihr sagen könnte, wann denn die allerersten Bestattungen überhaupt stattgefunden haben.

Bei Wikipedia heißt es dazu: "Die ersten (vermutlich) bewusst vorgenommenen Bestattungen fanden in den Höhlen von Qafzeh und Skhul in Israel statt und sind 90.000 bis 120.000 Jahre alt. Gelegentliche Bestattungen werden für den Neandertaler ab ca. 70.000 vor unserer Zeitrechnung diskutiert (Shanidar). Bestattungen sind ein Indiz für erste metaphysische Vorstellungen." (Quelle Wikipedia, Artikel: Bestattung)

Warum man denn überhaupt damit angefangen habe, wollte die Dame auch noch wissen.

Zunächst einmal haben Bestattungen ganz praktische Gründe. Herumziehende Stämme könnten es sich durchaus erlauben, ihre Verstorbenen einfach zurück zu lassen. Die Sippe ist am nächsten Tag schon weit vom Ablegungsort des Leichnams entfernt.

Besonders aber seßhafte Gruppen müssen sich weitergehende Gedanken machen. Zum einen entwickeln Verstorbene nach mehr oder weniger kurzer Zeit unangenehme Gerüche und zum anderen können diese Gerüche auch wilde Tiere anlocken.

Beides möchte man natürlich nicht haben und deshalb war es notwendig, den Verstorbenen auf irgendeine Weise zu beseitigen. Und diese Beseitigung konnte beispielsweise dadurch geschehen, daß man die Toten vom Lager oder Dorf wegtrug und sie mit Erde oder Steinen bedeckte, bzw. sie in einem Loch (Grab) vergrub.

Natürlich gibt es noch einen anderen Aspekt. Der Verstorbene wurde mit Sicherheit betrauert, der Verlust schmerzte die Angehörigen und so versuchte man sicherlich, dem Verstorbenen auch im Tod Respekt zu zollen und ihn gut zu behandeln.

Ihn also einfach liegen zu lassen und den Tieren zu überlassen, war auch aus diesem Grund irgendwann nicht mehr üblich.

Aber auch in grauer Vorzeit haben sich unsere Vorfahren schon ein Bild von der Welt gemacht, sich Fragen über das Dasein gestellt und an höhere Mächte und möglicherweise auch an damit verbundene Jenseitsformen geglaubt.

Die Vorstellung, daß der Mensch nach seinem Tod irgendwoanders hingeht, er entweder körperlich oder nur als Geistwesen oder wiedergeboren eine weitere Daseinsstufe durchlaufen könnte, ist schon sehr alt.

Grabbeigaben zeugen davon. Viele dieser Grabbeigaben können symbolischen Charakter haben und wurden den Verstorbenen ins Grab gelegt, obwohl man wußte, daß sie praktisch damit nichts mehr anfangen konnten.

Andere Grabbeigaben zeugen aber davon, daß man sehr wohl daran glaubte, der Verstorbene könne diese Sachen, wie auch immer, später noch tatsächlich benötigen und verwenden.

Bestattungen finden also statt, um den Leichnam zu beseitigen (Geruch, Seuchengefahr, Anlockung von Tieren usw.), um dem Verstorbenen Respekt zu erweisen und weil man an ein mögliches jenseitiges Leben glaubte.

Bildquelle: Wikipedia, Urheber: "Fernost". Als gemeinfrei publiziert.

 

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