Tarifrechner

Berechnen Sie hier direkt Ihren günstigen Beitrag bei der SOLIDAR:

Ihr Beitrag

Tarif 18
nur 0 € monatlich
Tarif 19
nur 0 € monatlich
Tarif EB
0 € einmalig

Sozialämter bezahlen Bestatter nicht, Armenbegräbnisse drohen

Menschen anständig zu bestatten, das ist Ehrensache.

Epikur schrieb einmal "An der Art, wie ihr eure Toten bestattet, wird man euch messen."

So ist es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, daß auch wir unsere Toten anständig unter die Erde bringen.

Doch immer häufiger stehen Bestatter vor dem Problem, daß sich die Auftraggeber selbst eine einfachste Bestattung nicht leisten können.

Böse Zungen sagen, da seien Playstation, Flachbildfernseher und Urlaub wichtiger gewesen, als die Vorsorge für den Fall der Fälle.

Andere werfen ein, daß bei der vielfach herrschenden Altersarmut sich niemand darüber wundern muß, wenn am Ende kein Geld für die Beerdigung da ist.

In solchen Fällen soll und muß dann oft das Sozialamt einspringen. Für gewöhnlich übernehmen die Bestatter diese Aufträge, achten von vornherein darauf, bei den Kosten im Rahmen der zu erwartenden Beihilfe zu bleiben und rechnen dann mit der Behörde ab.

Dass die Bearbeitungszeiten manchmal viele Wochen betragen und am Ende dann oft doch nicht ganz so viel dabei herauskommt, wie ursprünglich kalkuliert, das haben viele Bestatter über Jahre einfach hingenommen.

Aber jetzt allmählich schlägt die Ignoranz der Behörden dem Faß den Boden aus. Bearbeitungszeiten von bis zu 18 Monaten, Auszahlungen von nur 400 - 800 Euro, obwohl der Bestatter 1.500 Euro vorgelegt hat bis hin zur grundlosen Weigerung der Sozialämter, die Beträge überhaupt zu zahlen, das ist jetzt vielen zu viel.

Immer mehr Bestatter lehnen Sozialaufträge schlichtweg ab und so bleibt den Angehörigen dann oft wirklich nur noch der eine Weg: Sich schicksalsergeben der Tatsache zu stellen, daß ihr Familienmitglied ein Armenbegräbnis von Amts wegen bekommt und quasi entsorgt wird.

Hierzu habe ich heute einen hochinteressanten Brief von einem Kollegen bekommen, den ich auch hier einmal zitieren möchte. Den kompletten Brief finden Sie im Bestatterweblog.

[grey_box]Es gibt inzwischen genug Kollegen, die hier gar keine Sozialfälle mehr annehmen oder wirklich nur das allernotwendigste tun.

Hier im Kreis läuft das so, dass ich (wenigstens moralisch) verpflichtet bin jemandem der "Sozialamt" sagt, dieselbe Bestattung anzubieten, wie jedem Selbstzahler auch.

OK, damit kann ich leben, sind ja nur Einzelfälle. Blöderweise dauert es dann mal so 3 bis 18 Monate bis so ein Fall bearbeitet ist - und je nach Einzelfallprüfung bekomme ich dann nur einen schäbigen Betrag.

Für meine Bestatterleistung kann ich ca. 1000,00 Euro abrechnen - und erfahre dann nach den genannten 3 bis 18 Monaten ob ich dafür 400 - 500 oder sogar 800 Euro bekomme.

Damit soll dann Sarg, Ausstattung, Deckengarnitur, Personal, Überführung, Hygienische Versorgung, Einsargung, Überwachen der Trauerfeier, Kühlraum usw. abgegolten sein.

Das Sozialamt hier im Kreis betreibt Rechtsbeugung - und die Angehörigen wehren sich nicht. Derzeit finden die ja immer noch genug "blöde" Bestatter, die das aus Gutmütigkeit machen.

Aber um das mal auf den Punkt zu bringen:

Ich knöpfe meinen "Normalkunden" nicht genug Geld ab, um damit die ganzen Sozialdinger zu subventionieren. Diesen Aufwand, den Tom oben beschreibt und der in vielen Fällen einfach nötig wäre, kann ich nicht zu diesen Bedingungen treiben.

Theoretisch hat auch ein Mittelloser den Anspruch auf eine anständige Erd- oder Feuerbestattung - aber die Sozialämter scheren sich einen Dreck drum und drücken die Erstattungen wo immer es geht.

Bestattung durch das Sozialamt heisst in vielen Fällen wirklich nur noch Entsorgung im Armengrab.[/grey_box]

 

Zurück


Archiv