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Solidar-Sterbekasse bietet Generationenberatung an (Teil 5 Testament)

31.08.2017

Der letzte Wille das Testament

Streit um Ihr Erbe können Sie im Vorfeld vermeiden, wenn Sie rechtzeitig Vorsorge für den Todesfall treffen. Sie selbst verfügen, wer nach ihrem Tod erben soll.

 

Wenn Sie ihren letzten Willen nicht in einem Testament festhalten, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Demnach erben grundsätzlich nur Verwandte, die gemeinsame Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, aber auch noch entfernte gemeinsame Vorfahren haben. Ausgeschlossen von der gesetzlichen Erbfolge sind somit beispielsweise Schwiegermutter, Schwiegersohn, Stiefvater, Stieftochter oder angeheiratete Tanten und Onkels. In diesen Fällen gibt es keine gemeinsamen Vorfahren.

 

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Diese gilt für Adoptivkinder, denn sie sind den leiblichen Kindern gleichgestellt. Obwohl sie auch keine gemeinsame Vorfahren haben, trifft die Ausnahme auch bei Ehegatten und eingetragener Lebenspartnerschaft zu.

 

Nicht alle Verwandten in der gesetzlichen Erbfolge sind gleichberechtigt und daher unterscheidet man hier nach Erben verschiedener Ordnung.

 

1.      Ordnung: Zu diesen Personenkreis gehören nur Abkömmlinge des Verstorbenen,

            also Kinder, Enkel, Urenkel,…

 

 Der Erblasser hat einen Sohn und 2 Nichten. Der Sohn 1. Ordnung erbt und 

 die Nichten 2. Ordnung nichts.

 

 Der Erblasser hat einen Sohn, eine mittlerweile verstorbene Tochter und deren

 3 Kinder. Alle sind als direkte Abkömmlinge Erben 1. Ordnung und der Sohn

 erhält die Hälfte des Erbes und die Enkel teilen sich die andere Hälfte, der 

 verstorbenen Tochter, auf.

 

2.      Ordnung: Das sind die Eltern des Verstorbenen und deren Kinder (Geschwister)

  und Kindeskinder (Neffen und Nichten). Verwandte 2. Ordnung können nur    

  Erben, wenn keine Verwandten 1. Ordnung vorhanden sind.

 

  Der Erblasser hat eine Nichte und einen Neffen. Die Eltern sind bereits  

  verstorben sowie der Bruder. Nichte und Neffe erben somit jeweils die Hälfte.

 

3.      Ordnung: Der Personenkreis umfasst die Großeltern und deren Kinder und

  Kindeskinder (Tante, Onkel, Cousin, Cousine usw.).

 

4.      Ordnung: Hier treten für bereits verstorbene Abkömmlinge der Großeltern nicht

                 mehr deren Abkömmlinge ein. Grundsätzlich erbt dann der

 Nächstverwandte allein.

 

Der Ehegatte

Unabhängig vom Güterstand erbt der Ehepartner neben Abkömmlingen ¼, neben Verwandten der 2. Ordnung und neben Großeltern ½. Lag der Güterstand der Zugewinngemeinschaft vor, erhöht sich der Erbteil um ¼. Sind weder Großeltern noch Verwandte 1. oder 2. Ordnung vorhanden, erhält der Ehepartner die ganze Erbschaft.

 

Ist ein Testament sinnvoll?

Leben sie unverheiratet in einer Beziehung und möchten Ihrem Partner etwas vererben? Möchten sie Familienmitgliedern mit den sie nicht direkt verwandt sind etwas hinterlassen? Oder möchten sie verhindern, dass ein gesetzlicher Erbe einen Teil des Nachlasses erhält? In diesen Fällen ist das Testament notwendig, um ihren letzten Willen festzuhalten. Ein Testament hat immer Vorrang vor der gesetzlichen Erbfolge. Eine Ausnahme stellt nur der Pflichtteil dar.

 

Gültigkeit des Testaments?

Wenn sie ein Testament aufsetzen, müssen sie bestimmte Formalien einhalten. Ansonsten kann das Testament ungültig sein. Das eigenhändige Testament muss vollständig handschriftlich aufgesetzt und unterschrieben sein. Ehepartner können auch ein gemeinschaftliches Testament verfassen, müssen aber auch beide unterschreiben.

 

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen kein Testament aufsetzten und im Alter von 16 – 18 Jahre darf nur ein öffentliches Testament beim Notar verfasst werden.

 

 

 

Empfehlung

Die Eröffnung des Testaments bzw. die Beantragung eines Erbscheins kann unter Umständen erst nach der Beisetzung erfolgen. Daher sollten Wünsche dereinstigen Bestattung in einem Vorsorgevertrag beim Bestatter festgehalten werden. Für eine schnelle Begleichung der Bestattungskosten empfiehlt sich zudem eine Sterbegeldversicherung. Mit Einreichung der Sterbeurkunde und des Versicherungsscheines wird sofort das Sterbegeld fällig und ausgezahlt.

 
 

Gerne steht Ihnen zu den Thema unsere Teamleiterin und Generationenberaterin (IHK) Frau Tanja Hülsmann zur Verfügung. Als zertifizierte Generationenberaterin (IHK) kennt Sie sich mit der Thematik bestens aus und steht Ihnen für Fragen auch gerne telefonisch unter 0234/962240 zur Verfügung.

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