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SOLIDAR - Jahresabschluß erklärt. Wo kommt die Kohle her, wo geht die Kohle hin?

30.06.2015

Die Solidar Sterbegeldversicherung hat eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie sich über eine sehr positive Entwicklung freut.

Diese Presseerklärung habe ich auch und ich möchte sie für meine Leser mit einigen Erklärungen versehen.

Schon der Untertitel beinhaltet drei wichtige Informationen, die leicht überlesen werden können:

Spezialist für Sterbegeldversicherungen mit hohem Gewinnwachstum in schwierigem Umfeld.

Der Titel besagt: Wir haben es bei der Solidar mit einem Spezialist für Sterbegeldversicherungen zu tun.

Das ist wichtig, denn mit der Solidar hat man einen Partner, der auf genau diese Sparte spezialisiert ist. Das Geld der Versicherten wird fürs Sterbegeld eingezahlt und am Ende auch genau dafür ausgezahlt.

Es gibt keine Glasversicherungssparte, keine Solidar-Autohaftpflicht, keine Gebäude- und Hochwasserversicherung. Die Solidar macht Sterbegeldversicherungen, konzentriert sich auf dieses Kerngeschäft und betreibt dieses in Perfektion.

Da müssen auch keine Hochwasserschäden querfinanziert werden, da geht kein Geld der Versicherten für irgendetwas anderes drauf.

Die zweite Botschaft lautet: Die Gesellschaft konnte hohes Gewinnwachstum verbuchen. Das bedeutet schlicht und ergreifend: Es wurde gut gewirtschaftet, man ist verantwortlich mit dem Geld der Versicherten umgegangen und unterm Strich ist für alle mehr Geld da.

Ja und die dritte Botschaft lautet: Das alles geschah vor dem Hintergrund eines schwierigen Umfeldes.

Die Einführung der von oben diktierten Unisextarife, die Umstellung auf IBAN und BIC, die schwankende Entwicklung des Euros, die Kapriolen auf den Finanzmärkten, all das stand als ein schwieriges Umfeld eigentlich einer positiven Entwicklung im Wege.

Und bei vielen anderen Versicherungen flatterten erst in diesen Tagen Briefe mit Beitragserhöhungen in die Briefkästen der Versicherten. Ja, manche einstmals als Nonplusultra hochgelobte Lebensversicherung ist heute kaum noch das Papier wert, auf dem die Police gedruckt ist. Man kann am Ende froh sein, wenn der niedrigere Garantiesatz noch bezahlt wird.

Schauen wir auf den nächsten Satz in der Pressemitteilung:

Die SOLIDAR Versicherungsgemeinschaft VVaG  (Bochum), ein bundesweit tätiger Anbieter ausschließlich von Sterbegeldversicherungen, konnte auch 2014 das Geschäft positiv weiterentwickeln. Die Versammlung der Mitgliedervertreter nahm am 18. Juni 2015 mit großem Interesse den Bericht des Vorstands über den Jahresabschluss 2014 entgegen.

Der erste Teilsatz bestätigt es noch einmal: Die Solidar ist ein Spezialist für Sterbegeldversicherungen und macht nichts anderes. Das Produkt Sterbegeldversicherung ist nicht ein Nebenbeiprodukt irgendeines Versicherungskonzerns, sondern das absolute Stammprodukt, mit dem man sich perfekt auskennt. Aber wichtiger noch ist die Botschaft "ein bundesweit tätiger Anbieter".

Ja, das geht mir gar nicht mal weit genug! Da müßte stehen "ein bundesweit tätiger deutscher Anbieter"!

Denn hinter so mancher Versicherung verbirgt sich ein ausländisches Unternehmen, das gar nicht an die strengen deutschen Aufsichts- und Sicherheitsbedingungen gebunden ist.

Die Solidar sitzt in Bochum, im Herzen des Ruhrpotts und ist sowas von deutsch!

Nächste Botschaft: Da gibt es eine Mitgliederversammlung. Das heißt nichts anderes, als daß aus der Mitte der Versicherten Delegierte die Interessen der Versichertengemeinschaft auf Seiten der Kunden wahrnehmen.

Ohren auf! Da sitzen keine Aktionäre, die nur möglichst hohe Rendite wollen, die letztlich aus dem Geld der Versicherten bezahlt werden müssen, sondern da sitzen Mitgliedervertreter, die darauf achten, daß möglichst viel Geld an die Mitglieder zurückfließt!

Auch wenn ich hier manchmal von "Gesellschaft" oder "die Versicherung" schreibe, es ist und bleibt ein Versichertenverein! Und deshalb wird man dort auch nicht Kunde, sondern Mitglied.

Und da man kein Kunde ist, gibt es auch nicht das Interesse eines Kaufmanns, diesem Kunden möglichst viel Geld abzunehmen, sondern es ist ein gemeinsames, solidarisches Unterfangen, sich auf Gegenseitigkeit soviel wie möglich zu helfen.

Im weiteren Verlauf folgen in der Pressemitteilung viele Zahlen:

Die Beitragseinnahmen liegen mit ca. 8,0 Millionen Euro erneut auf hohem Niveau, teilt der Vorstand im Anschluss an die stattgefundene Vertreterversammlung mit. Bei einem Bestand von rd. 83.000 Versicherten konnten in 2014 neue Versicherungssummen von insgesamt 12,6 Millionen Euro abgeschlossen werden. Die weitere Etablierung der neuen Unisextarife war hierbei die besondere Herausforderung. Der versicherte Gesamtbestand beläuft sich auf rd. 324 Millionen Euro. Auch die Summe der erbrachten Leistungszahlungen liegt mit 7,2 Millionen Euro (Vj. 6,8 Millionen) auf hohem Niveau. 

Da liest man ja eher oberflächlich drüber weg. Aber man muß sich die Zahl der Versicherten mal auf der Zunge zergehen lassen. Immerhin jeder 1000ste Deutsche hat eine Sterbegeldversicherung bei der Solidar!

Aber jetzt kommt ein Satz, da müßten einem die Ohren schlackern:

Herausragend war die positive Entwicklung der Ertragssituation. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen konnte deutlich auf knapp 4,8% (Vj. 3,8%) gesteigert werden. Dies war der wesentliche Treiber des Gewinnwachstums im Geschäftsjahr. Der Vorstand stellte heraus, dass zur Erreichung dieses hohen Kapitalanlageergebnisses weder stille Reserven realisiert wurden, noch der Risikogehalt der Anlagen nennenswert erhöht wurde.

Mal ein kleiner Ausflug in die Geschichte: Als ich 1969 mit zur Ersten heiligen Kommunion gegangen bin, habe ich von den Verwandten Geldgeschenke bekommen. Das war bei weitem nicht so üppig, wie das heute manchmal der Fall ist.

Aber das Geld kam damals auf ein Sparbuch. Und das wurde mit 4,5% verzinst.

Jahre später konnte ich von diesem Geld eine ausgedehnte Asienreise machen. Soviel waren damals Kapital und Zinsen wert.

Und heute? Da schämen sich Banken nicht, solche Zinsen zu bieten:

bank1

Und das sind schon die Spitzenreiter in irgendeinem Vergleichstest, den ich mal schnell gegoogelt habe. Die Schlußlichter in der Liste sehen so aus:

bank2

Das sind nur willkürliche Beispiele, aber sie zeigen deutlich, daß hier die Inflation und Preissteigerung das Geld schlicht und ergreifend auffrißt.

Und wenn die Solidar dann verkünden kann, daß sie es geschafft hat, eine Nettoverzinsung von fast 5% zu erwirtschaften, dann ist allein das schon eine eigene Pressemitteilung wert.

Ja und noch besser: Erreicht wurde das durch Kapitalanlage, das bedeutet, daß die Versicherung mit dem Geld arbeitet und es anlegt. Und dabei hat sie das ohne hohe Risiken auf sehr kluge Weise gemacht.

Denn das ist wichtig! Nicht der schnelle Ertrag zählt, denn der kann eine tückische Blase und Falle sein und morgen mehr Geld kosten, als er heute einbringt.

Klüger ist es, sich breit aufzustellen und das Geld sicher zu investieren, sodaß langfristig unterm Strich für die Versicherten etwas dabei herumkommt!

Und jetzt lesen wir noch einen längeren Abschnitt, es ist dann auch der letzte in dieser Pressemitteilung:

Die starke Diversifizierung ... und ein konsequentes Risikomanagement waren Grundlage der außerordentlich guten Entwicklung. (So) konnte der Rohüberschuss ... auf 4,7 Millionen € gesteigert werden. Für Beitragsrückerstattung konnten (...) 2,0 Millionen € zugeführt werden sowie 3,4 Millionen € den Mitgliedern gutgeschrieben werden. Die Verlustrücklage wurde auf 6,5 Millionen Euro erhöht. Damit wurde die Eigenkapitalbasis mehr als verdoppelt.

Ergänzend konnte der Deckungsrückstellung 2 Millionen € zur Stärkung der Zinszusatzreserve zugeführt werden.

Letztlich besteht unverändert ein starkes Interesse vieler Menschen an einer günstigen Bestattungsvorsorge, das die SOLIDAR durch ein im Wettbewerbsvergleich sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis für Sterbegeld bedienen kann.  Als einzige sterbekasse in Deutschland bietet die SOLIDAR ihren Neumitgliedern einen Beitragsrabatt von bis zu 18% an und beteiligt die Mitglieder darüber hinaus durch regelmäßige Bonifizierungen an den Gewinnen.

leicht gekürzt

Diversifizierung bedeutet genau das, was ich oben schrieb: Man verteilt das Geld auf viele gewinnbringende Anlagen und setzt nicht auf wenige, hochspekulative und damit riskante Geschäfte. Je mehr Standbeine solche Investitionen haben, umso weniger dramatisch wirkt es sich aus, wenn eines der Beine dann doch mal nicht trägt oder wegbricht. Und das Wort "konsequentes Risikomanagement" bedeutet nichts anderes, als daß sich die Leute von der Solidar ganz intensiv mit den Finanzmärkten auseinandersetzen müssen, um genau Bescheid zu wissen. Denn nur wenn man genau Bescheid weiß, kennt man auch die Risiken und kann sie umgehen.

Alles weitere in diesem letzten Abschnitt erklärt dann, wohin die Überschüsse und Gewinne geflossen sind.

Und eins wird da auffallen: Es fehlen dort die Renditen für Aktionäre und Heuschrecken. Denn wie der Name des Versicherungsvereins schon sagt: SOLIDAR, das Geld fließt solidarisch wieder entweder direkt in die Versicherungen der Mitglieder oder in die Rücklagentöpfe der Versicherung.

So ist man also nicht nur derzeit mal toll aufgestellt und kann einen momentanen Erfolg verkünden, sondern wer zwischen den Zeilen liest und diese Pressemitteilung richtig versteht, der sieht, daß hier weit in die Zukunft gedacht wurde.

 

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