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Scheintot - In der Leichenhalle wieder aufgewacht

15.02.2016

Leserfrage: Meine Frau und ich haben eine panische Angst davor, wenn wir tot sind, eventuell nur scheintot zu sein. Es ist ja so, dass nicht jeder im Krankenhaus stirbt. Und wenn man zu Hause stirbt, dann rufen die Überlebenden den Bestatter, der holt einen dann und schiebt einen ins Feuer, obwohl man vielleicht noch gar nicht tot ist. Haben wir im Fernsehen in einem Thriller so gesehen.

Kann man etwas dagegen machen und ebtl. testamentarisch festlegen, daß man noch einmal aufgeschnitten wird? Ich meinen Träumen bin ich schon oft scheintot in der Leichenhalle wieder aufgewacht.

Wenn jemand verstirbt, wird zu allererst ein Arzt verständigt, der den Tod zweifelsfrei feststellt.

Das wird in der Regel vom Hausarzt oder einem Bereitschaftsarzt gemacht.

Erst dann, wenn der Tod auf den Leichenschaupapieren bescheinigt wurde, kann der Bestatter gerufen werden.

Der Bestatter wird den Verstorbenen nun in seine Räumlichkeiten überführen.

Als Fachmann hat er schon viele Verstorbene gesehen und es würde ihm normalerweise auffallen, falls da in einem Verstorbenen noch Leben ist.

Der Bestatter schiebt den Verstorbenen aber nicht in den Ofen, so wie Sie das meinen, sondern er überführt den Verstorbenen zu einem Krematorium.

Dort findet für alle Einzuäschernden zwingend eine zweite, gesetzlich vorgeschriebene Leichenschau statt. Meist wird diese von einem Amtsarzt durchgeführt.

Das ist nicht zuletzt deshalb so, weil man Fehler bei der ersten Leichenschau überprüfend ausschließen will.

Es wird so sichergestellt, daß die betreffende Person auch wirklich tot ist. Desweiteren wird im Rahmen der zweiten Leichenschau auch noch einmal intensiv nach Merkmalen gesucht, die auf eine nicht natürliche Todesursache hinweisen könnten.

An dem System, daß Hausärzte und Bereitschaftsärzte die Leichenschau vornehmen, wird viel Kritik geübt, der ich mich auch zum Teil anschließe.

Ich würde es für grundsätzlich besser halten, würde die Leichenschau ausschließlich von hierfür ausgebildeten Leichenschauern durchgeführt.

Diese Forderung stelle ich aber aus Gründen der Forensik und nicht aus der Befürchtung heraus, Scheintote zu entdecken.

Die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland als Scheintoter eingeäschert oder beerdigt zu werden, ist nahezu gleich Null.

Man muß keine Angst haben, als unentdeckter Scheintoter bestattet zu werden. Diese Angst ist unbegründet.

Auch die Maßnahme, sich aufschneiden zu lassen würde ja nichts helfen. Sie denken eventuell an eine Art Obduktion, um sicherzustellen, daß Sie auch wirklich tot sind.

Als jemand, der schon viele obduzierte Leichen gesehen hat, kann ich Ihnen sagen, daß Sie nach einer solchen Leichenöffnung auf jeden Fall tot wären.

Als Sicherungsmaßnahme ist die Leichenöffnung gänzlich ungeeignet.

 

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