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Muß ich eine Urne kaufen?

27.02.2015

Hallo lieber Herr Wilhelm, ich habe eine Frage, die mich sehr beschäftigt. Meine Mutter ist vor 8 Wochen verstorben und wir haben einen schlichten Sarg gewählt weil der ja, wie ich aus ihrem Blog und dem Eintrag hier schon weiß, mit verbrannt wird.

Dafür haben wir eine schöne Urne mit Messing und einem Bronzefries für 800 € gekauft. Leider war nun bei der Bestattung selbst von der Urne gar nichts zu sehen. Der von uns bestellte Blumenschmuck hat die Urne ziemlich bedeckt und dann am Grab wurde der Schmuck angemacht und die Urne in einer Art Netz in das Loch gestellt. Nun haben wir erfahren, daß wir die Urne gar nicht hätten kaufen müssen. Ist das so richtig? Der Bestatter hat gesagt, das sei ein Muß und Vorschrift. Können Sie da etwas Licht ins Dunkel bringen.

Bitte weiter so! Ihre Blogs sind uns eine Bereicherung!

Vielen Dank für das Lob zu meinen Blogs.

Zu Ihrem Verlust möchte ich Ihnen mein Beileid aussprechen. Ich kann verstehen, daß die Trauer nun auch dazu führt, daß Sie sich mit vielen Fragen rund um das Thema Bestattung beschäftigen.

Es ist so:

Die Asche eines Verstorbenen kommt im Krematorium in eine sogenannte Aschenkapsel. Das ist die eigentliche Urne. Dieses Aschengefäß ist fest verschlossen und auf dem Deckel sind der Name und die Lebensdaten des Verstorbenen eingestanzt.

In der Urne befindet sich neben der Asche auch der Einäscherungsstein, ein numerierter und feuerfester Stein, der "bescheinigt", daß es sich um die Asche dieses einen namentlich bekannten Menschen handelt.

Diese Aschenkapsel ist so wie sie ist für die Beisetzung in der Erde geeignet.

Alle Urnen, die der Bestatter in der Regel anbietet, sind Schmuckurnen bzw. Überurnen. Sie sollen die Blechdose, die vom Krematorium geliefert wird, nur umhüllen und einen schmuckvolleren Anblick bieten.

In allen Fällen, in denen das Geld etwas knapp ist, empfehle ich stets, auf die Überurne ganz zu verzichten und lieber 50 Euro in einen Blumenschmuck für die Urne zu investieren. Dann sieht die Aschenkapsel mit den Blumen auch ganz ordentlich aus und unmittelbar nach der Beisetzung kann man die Blumen auch noch aufs Grab leben.

Jeder gute Bestatter weist darauf hin, daß man die Schmuckurne nicht unbedingt benötigt.

Außerdem gibt es sehr günstige Überurnen, die ein ordentlich arbeitender Bestatter für um die 25-50 Euro anbieten kann. Das wäre das Angebot, das man in Anspruch nehmen könnte, wenn man etwas mehr als die Kapsel vom Krematorium haben möchte, aber nicht viel Geld ausgeben will.

Eine Schmuckurne für 800 Euro ist in meinen Augen reiner Luxus. Das würde nur einen Sinn ergeben, wenn man die Urne daheim aufstellen und sich auch immer wieder an dem Bronzefries erfreuen könnte.

Da man die Schmuckurne aber nur wenige Minuten zu Gesicht bekommt und sie dann in der Erde verschwindet, ist das beinahe rausgeworfenes Geld.

Ein Bestatter, der behauptet, so eine Urne sei ein Muß, arbeitet unredlich.

AschenkapselGeschlossen“ von Norbert Hüttisch, Karlsruhe - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

 

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