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Mein Vermögensberater will meine Sterbegeldversicherung kündigen

31.10.2015

Hallo,

wir hatten vorgestern einen jungen Mann im Haus, der uns von einer Bekannten empfohlen wurde. Der Mann hat sich unsere gesamten Finanzen angeschaut und dann mit dem Laptop einen Vergleich angestellt.

Wir sind ja aus allen Wolken gefallen, so viel Geld könnten wir sparen. Er hat alle Versicherungen und Sparverträge bei sich im Rechner günstiger und besser gefunden. Alle bei einer Gesellschaft.

Sollen wir nun wechseln? Eine richtige Sterbegeldversicherung haben die nicht, es wäre eine Risikolebensversicherung bis 65. Er meinte, das wäre das selbe.

Nichts gegen junge Leute, aber eine fundierte Beratung in Finanz- oder Vermögensfragen bedarf einer guten Ausbildung und viel Erfahrung.

Das traue ich vielen jungen Leuten, die so ins Haus kommen, nicht wirklich zu.

Viele Vermögensberater und Finanzoptimierer arbeiten nach einer Methode:

Die Arbeitsweise ist so, daß die bestehenden Verträge hinsichtlich ihrer Beiträge und Erträge betrachtet werden und ggfs. durch günstigere oder ertragsreichere ersetzt werden.

Der Vorteil kann eine Ersparnis oder ein höherer Gewinn sein.

Der Nachteil ist aber, daß man dafür langjährig bestehende Verträge auflöst. Das kann deshalb nachteilig sein, weil eine Betrachtung der Verträge rein auf Basis von Kosten und Ertrag nicht ausreichend ist.

Ebenso wichtig sind die Bedingungen. Hier können alte Verträge, obwohl eventuell geringfügig teurer, wesentlich bessere Konditionen bieten.

Desweiteren lieben Versicherungsgesellschaften "Hopper", also Leute, die schnell wieder kündigen, nur oder erst kurz Mitglied sind, nicht besonders. Es liegt auf der Hand, daß man einen langjährigen Kunden lieber halten möchte und ihm eher mal etwas zugesteht, als bei einem Kunden, der alle Nase lang die Versicherung wechselt.

In Ihrem Fall hat der Optimierer auf seinen Laptop ein Programm laufen, das speziell auf die Angebote einer Versicherung zugeschnitten ist. Eigentlich ist es egal, was man eingibt, es kommen immer vermeintlich günstigere Angebote dieser einen Gesellschaft dabei heraus. Ob das dann aber hinterher unterm Strich gehalten wird, muß man dann erst sehen.

Eine Risikolebensversicherung ist nicht dasselbe wie eine Sterbegeldversicherung.

Risikolebensversicherungen schließt man ab, um beispielsweise im Falle eines Hausbaus finanziell abgesichert zu sein, falls etwas passiert.

Für ältere Menschen sind diese Versicherungen schon allein deshalb unattraktiv, weil sie oft mit dem 65 Lebensjahr enden.

Achtung: Es endet nicht etwa nur die Pflicht zu Beitragszahlung und man wäre dann kostenlos weiter versichert, nein! Stattdessen ist mit 65 einfach Schluß. Die einbezahlten Beiträge sind futsch und man bekommt auch nichts mehr.

Eine Sterbegeldversicherung hingegen ist mehr oder weniger speziell für den letzten Abschnitt, quasi den allerletzten Abschnitt des Lebens gedacht. Hier endet, je nach Tarif, zwar die Verpflichtung zur Beitragszahlung, aber die Versicherung zahlt in jedem Fall bei Tod.

Ich bin bei solchen Optimierungen immer vorsichtig. Kein Jahr vergeht, in dem mir nicht eine günstige Alternative zur Krankenversicherung oder zur Autoversicherung angeboten wird.

Auch günstigere Handytarife will man mir immer aufschwatzen.

Lassen Sie mich dazu eine kleine Anekdote erzählen:

Ich bekam vor Jahren einmal ein neues Handy. Auf diesem war eine TV-Software installiert, mit der man fernsehen konnte. Damals wurde Datenvolumen noch sehr teuer abgerechnet.

Meine kleine Tochter spielte mit dem Handy, probierte auch mal die TV-Funktion auf, klickte sie dann aber wieder weg.

Was keiner ahnte, die Software und das Fernsehen liefen im Hintergrund weiter.

Schon am nächsten Tag hatte ich 1233,- Euro auf der Uhr!

So schnell kann es gehen.

Was tut man in einem solchen Fall?

Nun, ich habe den Mobilfunkanbieter (T-Mobile, Telekom) angerufen und der Dame am Telefon den Vorfall geschildert.

Ich wurde weiterverbunden, konnte alles nochmals erzählen und dann kam die Antwort: "Sie sind schon so lange Kunde und ich kann hier am Bildschirm Ihr Nutzungsverhalten erkennen. Da sehe ich sofort, daß das ein Versehen war. Selbstverständlich stornieren wir das aus Kulanz."

Hätte ich diese Kulanz auch von einem Billiganbieter erwarten können, bei dem ich erst zwei Monate Kunde bin?

Genauso ist es bei Versicherungen. Jemand, der schon ewig in ein und derselben Krankenversicherung ist, hat meiner Meinung nach bessere Karten, wenn er mal eine zustimmungspflichtige Leistung beantragt, als jemand, der alle Jahr wechselt.

In jedem Fall rate ich, zwei unabhängige Angebote einzuholen, wenn es um solche Optimierungen geht. Außerdem lohnt es sich häufig, wenn man mit dem optimierten Angeboten dann zu seiner alten Gesellschaft geht, oft bekommt man dann von dort etwas Vergleichbares angeboten.

 

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