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Mann will auf dem Kompost verrotten!

Kennen Sie das nicht?

Sie sprechen mit einem männlichen Familienmitglied oder einem Bekannten und wenn es um das Thema Sterben geht, bekommt man Antworten wie: "Ach, wenn ich mal tot bin, dann sollen sie mich gerade im Wald verscharren oder auf dem Kompost verrotten lassen. Macht bloß kein großes Aufheben um meine Beerdigung!"

Als Bestatter habe ich solche oder ähnliche Sätze hunderte Male gehört. Entweder wurden sie von den Männern beim Vorsorgegespräch oder von ihren Witwen im ersten Bestattungsgespräch genannt.

Nun steht man als Bestatter ja vor einem Problem.

Einerseits weiß man, daß die allermeisten Männer es so nicht gemeint haben und andererseits gerät man schnell in Verdacht, den Angehörigen etwas aufschwatzen zu wollen.

Denn ich habe festgestellt, daß Männer aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur sich gar nicht mit dem Thema Tod, Sterben und Bestattung beschäftigen möchten. Sie verdrängen den Gedanken nur zu gerne und reden deshalb auch in unwirscher Form über ihre eigene Bestattung, wenn überhaupt!

Im Wald verscharren oder auf den Kompost werfen sind nämlich Synonyme für: "Ich mag nicht dran denken, daß ihr um mich trauert."

Und weiter bedeutet es: "Ich mag nicht dran denken, daß Ihr weint und traurig seid."

Mit dem, was sie tatsächlich wollen und sich wirklich wünschen, hat das aber gar nichts zu tun.

Ich habe immer die Frage gestellt: "Wer hat denn in Ihrer Familie die Gräber der Verstorbenen gepflegt?"

Und meist bekam ich zur Antwort, daß es eben jener Mann war, der jetzt auf den Kompost geworfen werden wollte.

Ja, es geht noch weiter: Meist war dieser Mann es auch, der am meisten Wert auf Grabpflege, Gräber und Friedhofsbesuche legte.

Und genau diese Diskrepanz gilt es nun für den Bestatter aufzulösen. Er muß herauskitzeln, was sich dieser Mensch wirklich wünscht oder was er gewünscht hätte, wenn er nicht seine Gefühle und Vorstellungen hinter der Fassade des harten Mannes, der kein Brimborium wollte, versteckt hätte.

Am Ende lief es dann in den meisten Fällen auf eine schön, durchaus würdige und angemessene und dennoch nicht zu teure Bestattung hinaus.

Vor diesem Hintergrund muß man auch die Überlegungen sehen, eine Bestattungsvorsorge oder eine Sterbegeldversicherung abzuschließen.

Da Männer das oft rundweg ablehnen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, ist es vielleicht eine gute Idee, als Frau oder erwachsenen Kind mit gutem Beispiel voran zu gehen:

"Schau mal, ich möchte meiner Familie später keine Unklarheiten oder finanziellen Sorgen hinterlassen. Deshalb ist es für mich Ehrensache, auch diese Angelegenheiten jetzt schon zu regeln."

 

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