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Man wollte uns einen Bestatter aufzwingen

Folgendes ist uns passiert, Herr Wilhelm. Unsere Mutter ist am Samstag im A.-Krankenhaus in C. verstorben.

Wir waren bis 23 Uhr bei ihr und sind dann nach Hause gefahren. Da lebte sie noch. Gegen 3 Uhr morgens kam dann der Anruf. Meine Mutter war gegen 2 Uhr gestorben.

Nun sollten wir bitte vorbei kommen, um alles Notwendige zu erledigen. Die Sachen meiner Mutter könnten wir an der Pforte abholen und auch die Adresse vom Bestatter, wo sie hingebracht würde.

Ich fragte: "Was für ein Bestatter? Wir wollen dann zum Unternehmen B. gehen, die haben auch schon den Vater beerdigt."

Als Antwort bekam ich unwirsch: "Das macht bei uns immer der Vertragsbestatter, Herr A."

"Aber nicht unserer!" hab ich gesagt: "Wir haben keinen Vertrag mit dem!"

Das wisse sie jetzt nicht Bescheid, sagte die Frau am Telefon und legte auf.

Wir sind dann noch mitten in der Nacht zum Krankenhaus gefahren. Die Sachen meiner Mutter konnten wir nicht mitnehmen, weil wir erst die Leichenschaugebühr bezahlen müßten. Das gehe aber erst Montag morgens, wenn die kasse wieder auf hat.

Wir wollten dann Mutter nochmal sehen, doch die war schon vom Bestatter A. abgeholt. Dort könnten wir ab Sonntagmorgen hinfahren und sie im Aufbahrungsraum betrachten.

Am Sonntag dann das Theater! Der Bestatter A. lies gar nicht mit sich reden. Wir sollen vorbeikommen und alles aussuchen. Er habe den Auftrag vom Krankenhaus. Er hole da immer alle Toten ab.

Das sei so, da gebe es auch keine Ausnahme.

Als wir dann sagten, wir wollen die Mutter sofort sehen, hieß es, das gehe jetzt gerade eben schlecht. Aber ab Montagmorgen könnten wir sie dann so mittags sehen.

Auch das Bezahlen der Leichenschau wollte herr A. übernehmen.

Wir sind dann noch am Sonntag zu unserem Bestatter B. Der hat nur mit dem Kopf geschüttelt und gesagt, er kenne dieses Problem.

Es stellte sich dann raus, das meine Mutter noch gar nicht vom Krankenhaus abgeholt war. Er hat das dann gemacht und von uns auch den Auftrag bekommen.

Heute Morgen konnten wir Mutter dann bei ihm in der Aufbahrungszelle besuchen.

Gerade kam der Anruf von Bestatter A. er bekomme jetzt 700 Euro Abstand. Was sollen wir machen?

Zu Ihrem Verlust möchte ich Ihnen mein Beileid ausdrücken.

Wenn ein naher Angehöriger verstirbt, braucht man seine ganze Kraft und hat ohnehin genug um die Ohren, da will man so ein Theater mit einem Bestatter nicht haben.

Selbstverständlich haben Sie alles richtig gemacht. Sie sind völlig frei in der Wahl Ihres Bestatters. Da hat Ihnen das Krankenhaus nicht hineinzureden.

Es gibt Sonderfälle, in denen ein Krankenhaus nur knappe Lagerkapazitäten hat und einen Vertragsbestatter mit Abholung und Aufbewahrung beauftragt, wenn die Angehörigen sich nach Ablauf einer angemessenen Zeit noch nicht für einen Bestatter entscheiden konnten.

Auch gibt es Krankenhäuser die ein wenig auf dieser Masche reiten und durch knapp bemessene Fristen einem vertraglich an sie gebundenen Bestatter die Aufträge zuspielen.

In Ihrem Fall liegen aber Eintritt des Todes und die Benachrichtigung sehr nahe zusammen und Sie waren ja auch gleich bereit Ihren Bestatter zu beauftragen.

Somit haben Sie auch nur mit ihm ein Geschäftsverhältnis begründet.

Der Bestatter A. ist wohl der Bestatter der für gewöhnlich vom Krankenhaus favorisiert wird und - so steht es zu vermuten - dafür sogar eine Provision an die Klinik zahlt.

Er hat durch Lügen den Eindruck erweckt, er habe schon Dienste geleistet. Tatsächlich befand sich Ihre Mutter aber noch im Krankenhaus und wurde durch Bestatter B. sehr zügig überführt.

Ich kann nicht erkennen, worauf Bestatter A., der den Auftrag zwar gerne gehabt hätte, ihn aber nicht bekommen hat, seine Forderung stützt.

Aber Obacht! Es gibt Heime, in denen die Bewohner bei Einzug entweder eine eigene Bestattungsvorsorge vorweisen müssen, oder sich vertraglich verpflichten im Ablebensfall vom Vertragsbestatter des Hauses bestattet zu werden.

Prüfen Sie, ob nicht irgendeine Bindung dieser Art besteht, auch wenn ich das für unwahrscheinlich halte.

Es gibt auch Versicherungen und Bestattervorsorgen, die als kleingedruckte Klausel enthalten, daß im Todesfall nur ein bestimmtes Unternehmen beauftragt werden darf. Hier wird im ungünstigsten Fall eine Art Vertragsstrafe fällig, wenn man doch einen anderen Bestatter wählt.

 

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