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Leitfaden im Trauerfall

24.07.2015

 

Welche Sofort-Maßnahmen muss ich im Trauerfall ergreifen?

Bei einem Sterbefall in der Wohnung muss zunächst ein Arzt verständigt werden. Bevor nicht ein Arzt die Todesbescheinigung ausgestellt hat, kann der Bestatter nicht tätig werden.

Benachrichtigen Sie unmittelbar Ihren Hausarzt oder über die Rufnummer 112 den zuständigen Notarzt. Der Arzt wird die Todesbescheinigung ausstellen. Dazu benötigt er den Personalausweis des Verstorbenen.

Sollte der Trauerfall in einem Krankenhaus, einem Senioren- oder Pflegeheim eingetreten sein, so unternimmt die dortige Verwaltung die notwendigen ersten Schritte.

Erst dann sollten Sie Kontakt zu dem Bestatter Ihres Vertrauens aufnehmen. Mit ihm besprechen Sie dann das weitere Vorgehen.

Beim Sterbefall in einer Wohnung, müssen Sie den Arzt rufen, dann den Bestatter; bei einem Sterbefall im Krankenhaus können Sie den Bestatter gleich verständigen.

Welche Papiere und Unterlagen benötige ich?

Folgende Unterlagen benötigen Sie:

     

  • Personalausweis oder Pass
  • Todesbescheinigung
  • Familienstammbuch bzw. die Geburts- und Heiratsurkunde, bei Geschiedenen das Scheidungsurteil
  •  

Hilfreiche Unterlagen für das weitere Vorgehen:

     

  • aktuellster Rentenbescheid
  • evtl. Kontoauszüge
  • Unterlagen über Mitgliedschaften in Vereinen etc.
  • Krankenversicherungskarte
  • Lebens- bzw. Sterbeversicherungspolicen
  • Grabdokumente über bereits vorhandenen Gräber
  •  

Der Bestatter hilft Ihnen selbstverständlich, fehlende Dokumente und Unterlagen zu besorgen.



Viele Bestatter stellen praktische Vorsorgeordner kostenlos zur Verfügung, indem man alle wichtigen Dokumente und Unterlagen übersichtlich und griffbereit aufbewahren kann.

Welcher Bestatter ist zuständig?

Hier gibt es keine Zuständigkeiten! Auch wenn Krankenhäuser und Altenheime oft so tun, als sei man gezwungen, einen bestimmten Bestatter zu nehmen, sind Sie der Kunde und können völlig frei wählen. Sie allein bestimmen den Bestatter ihres Vertrauens. Achtung bei Versicherungen bei der IDEAL-Versicherung: Hier und auch bei anderen Gesellschaften kann in der Police vorgeschrieben sein, einen bestimmten oft auswärtigen Bestatter zu beauftragen. Das ist kein Muß! Wählen Sie einen anderen Bestatter, zahlt man dem Pflichtbestatter eine moderate Aufwandsentschädigung. Die meisten Bestatter vor Ort sind bereit ihnen diesbezüglich entgegenzukommen.

Wer ist dazu verpflichtet, sich um die Bestattung zu kümmern?

Die Bestattungspflichtigen ergeben sich aus dem Landesbestattungsgesetz Ihre Bundeslandes. Die Bestattungspflichtigen sind dazu verpflichtet für die Bestattung zu sorgen. Aber sie sind nicht nur die Verpflichteten, sondern auch die Berechtigten. Das sind in der Regel die Ehegatten, eingetragenen Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern und volljährige Enkelkinder. Die Bestattungspflichtigen müssen für die Kosten aufkommen, haben aber auch das Recht, die Umstände der Bestattung zu bestimmen.

Was passiert, wenn der Verstorbene mittellos war?

Die Vermögensverhältnisse des Auftraggebers der Bestattung sind entscheidend. Zunächst einmal soll das Vermögen des Verstorbenen für die Bestattungskosten herhalten. Ist kein solches Vermögen vorhanden und auch keine Sterbegeldversicherung abgeschlossen worden, müssen die Bestattungspflichtigen die Kosten übernehmen. Allein die Tatsache, daß der Verstorbene etwa Sozialhilfe bezogen hat, bedeutet nicht, daß das Sozialamt nun auch die Bestattung bezahlt. Nur wenn die Angehörigen selbst mittellos sind und einen entsprechenden Antrag stellen, kann das Amt eventuell die Kosten teilweise oder ganz übernehmen.

Was passiert, wenn sich niemand um die Bestattung kümmert?

Falls sich niemand um die Bestattung eines Verstorbenen kümmert, beauftragt das Ordnungsamt zunächst die Bestattung von Amts wegen. Allerdings werden die Bestattungspflichtigen danach ermittelt und denen werden die Bestattungskosten dann in Rechnung gestellt. Das kann aber unter Umständen deutlich teurer sein, als sich selbst um die Bestattung zu kümmern.

Was kostet eine Bestattung?

Die Bestattungskosten umfassen die Bestatterleistungen, die Friedhofskosten und die öffentlichen Gebühren, sowie Deko, Blumen, Musik und sonstige Zusatzwünsche der Angehörigen (Kaffeetrinken, Grabstein, Zeitungsanzeige etc.)Preisbeispiele finden Sie hier.

Was ist von Discountangeboten und Billiganbietern zu halten?

Sogenannte Discount Bestatter werben mit besonders günstigen Preisen für Komplettbestattungen. Mir sind nur wenige Fälle bekannt, in denen dann der niedrige Preis am Ende gehalten werden konnte. Schon geringe Abweichungen vom Billig-Paketpreis bedingen oft große Zuschläge, sodaß die Kosten hinterher auch deutlich über den Kosten eines normalen Bestatters liegen können. Besser ist es, verschiedene Bestatter vor Ort zu befragen und dort den allergünstigsten Preis einzufordern.



Jedes seriöse Unternehmen nennt seine Preise und Leistungen offen und ehrlich. Eine Bestattung kann man nicht billig aus der Ferne abwicklen. Als Angehöriger brauchen sie Beratung, jemanden, der sich vor Ort auskennt und auch die menschliche Begleitung durch einen erfahrenen Bestatter. Der billige Preis allein sagt gar nichts aus!

Wer bestimmt die Bestattungsart?

Die Bestattungsart richtet sich grundsätzlich nach dem Willen des Verstorbenen. Deshalb sollte man zunächst nachforschen, ob der Verstorbene bereits zu Lebzeiten einen Bestattungsvorsorgevertrag oder eine Willenserklärung hinsichtlich seiner Bestattung festgelegt hat. Liegt nichts vor, so entscheiden die Bestattungspflichtigen (Bestattungsberechtigten) über Art und Umfang der Bestattung.

Was bedeutet Bestattungsvorsorge?

Jeder hat seine ganz persönliche Vorstellung davon, wie die eigene Bestattung einmal gestaltet werden soll. In einem Bestattungsvorsorgevertrag wird bereits zu Lebzeiten festgelegt, was nach dem Tod geschehen soll.



Das Beratungsgespräch für eine Bestattungsvorsorge ist kostenlos und unverbindlich. Man bespricht mit dem Bestatter die eigenen Wünsche und den finanziellen Rahmen für die Bestattung und man erhält dann ein unverbindliches Angebot. Für die finanzielle Absicherung gibt es zahlreiche Lösungen und natürlich die Möglichkeit, eine Sterbegeldversicherung abzuschließen.

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