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Kann man die Beerdigungskosten von der Steuer absetzen?

03.07.2015

Man kann unter Umständen die Kosten eines Sterbefalls steuerlich geltend machen.

Hier kann einmal die Erbschaftsteuererklärung betroffen sein, andererseits die Einkommenssteuererklärung.

Es ist auf jeden Fall nicht verkehrt, die Kosten in jedem Fall zu machen und es dann dem Finanzamt im Rahmen der Prüfung der Steuererklärung zu überlassen, welche Kosten im Einzelnen anerkannt werden.

Wer erbt, hat nach dem BGB auch für die Bestattungskosten einzustehen.

Über das Erbe ist eine Erbschaftssteuererklärung abzugeben. Anhand dieser wird geprüft, inwieweit man zur Erbschaftssteuer herangezogen wird. Hierbei gilt, grob gesagt: Je näher man mit dem Verstorbenen verwandt war, umso größer sind die Freibeträge.

Wer nahe verwandt war, zahl am wenigsten Erbschaftssteuer, wer gar nicht verwandt war, zahlt die meiste.

Im Rahmen dieser Steuererklärung kann man die Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen, wenn die Aufwendungen den Wert des Nachlasses übersteigen.

Vereinfacht gesagt: Wenn die Erbmasse die Bestattungskosten übersteigt, hat man schlechte Karten, die Ausgaben erstattet zu bekommen.

Im Rahmen der Einkommenssteuererklärung kann man ebenfalls die Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen.

Jedoch kommt dies nur für die Personen in Frage, die rechtlich oder sittlich zur Übernahme der Bestattungskosten verpflichtet sind.

Rechtlich verpflichtet können sein, die Bestattungspflichtigen, die häufig mit den Erbberechtigten identisch sind. (Die Ausschlagung des Erbes befreit nicht von der Pflicht zur Übernahme der Beerdigungskosten!)

Sittlich aber nicht rechtlich verpflichtet können beispielsweise nicht verheiratete Lebenspartner sein.

Aber aufgepasst: Bei den nicht erbberechtigten, nur sittlich verpflichteten Personen lehnt das Finanzamt meist die Steuerminderung durch außergewöhnliche Belastungen ab. Stichwort: Sie haben zwar, Sie hätten aber nicht gemußt.

Die anrechnungsfähigen Kosten sind beispielsweise die Kosten des Bestatters (Sarg, Wäsche, Urne, Transporte, Leichenfeier in der Kirche/Kapelle), die Gebühr für die Grabstätte (nicht für ein Mehrfachgrab), die Gärtnerrechnung für Grabanlage und erste Bepflanzung und die hoheitlichen und kirchlichen Gebühren.

Nicht abzugsfähig hingegen sind zumeist Hotelrechnungen, familiäres Kaffeetrinken und Reisekosten.

Außerdem muß man wissen, daß es eine zumutbare Belastung gibt. Das heißt, man geht davon aus, daß je nach familiären und finanziellen Verhältnissen zwischen 1 % und 7 % der Einkünfte als zumutbare Belastung gelten.

Die Hürden sind also durchaus gegeben und können, je ferner man dem Verstorbenen verwandtschaftstechnisch stand, auch sehr hoch sein.

Zudem wird nicht alles anerkannt und man muß ggfs. die Kosten zunächst im Rahmen eines Erbes oder einer zumutbaren Belastung selbst übernehmen.

In der Steuererklärung würde ich aber trotzdem versuchen, etwas abgezogen zu bekommen.

 

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