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Jeder hat das Recht auf ein Konto

23.11.2016

Seit einem halben Jahr (19. Juni 2016) hat jedermann in Deutschland das Recht, ein Basiskonto zu eröffnen.

Das gilt auch für Asylsuchende und Personen, die mit Duldung hier leben.

Das Basiskonto funktioniert wie jedes andere Girokonto auch: Man kann damit am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen, aber auch Bar-, Ein- und Auszahlungen tätigen.

Die Banken dürfen künftig keinem mehr verwehren, ein Konto zu eröffnen.

Auch Obdachlose, Asylsuchende und Personen ohne Aufenthaltsstatus (sogenannte Geduldete) haben Anspruch darauf. Man muß allerdings geschäftsfähig, also mindestens 18 Jahre alt sein.

Bereits seit 1995 gab es für die Einrichtung sogenannter Jedermann-Konten in Deutschland eine Empfehlung der Banken.

Aber viele Banken hielten sich nicht daran. Die Folge: Viele Arme und Personen in kritischer finanzieller Situation wurden vom Giroverkehr quasi abgehängt.

Nun aber soll es für jeden in der EU das Recht geben, ein Konto zu eröffnen. Und das auch in allen anderen EU-Mitgliedstaaten. Das besagt die EU-Zahlungskonten-Richtlinie.

Mit dem Antrag auf Einrichtung eines solchen Basiskontos kann man zugleich beantragen, dass dieses Konto als Pfändungsschutzkonto geführt wird.

Bei dem "Basiskonto" handelt es sich natürlich grundsätzlich um ein Konto auf Guthabenbasis. Man kann das Konto nicht überziehen.

Die Inhaber eines Basiskontos erhalten – im Vergleich zu den anderen Zahlungskonten - einen besonderen Schutz: Banken dürfen dafür nur angemessene Entgelte erheben und die Kündigungsmöglichkeiten des Kreditinstituts sind deutlich eingeschränkt.

Durch diese neue Regelung soll der Kontoinhaber außerdem schneller und einfacher zu einem anderen Institut wechseln und sich für eine kostengünstigere Alternative entscheiden können.

Das neue Finanzinstitut muss dann die ein- und ausgehenden Überweisungen und Lastschriften des alten Kontos übernehmen.

Das gilt sogar bei grenzüberschreitenden Kontowechseln.

Dazu hat die bisherige Bank der neuen Bank und dem Kunden unter anderem eine Liste aller bestehenden und zu übertragenden Daueraufträge und Lastschriften zu übermitteln.

Damit der Kontoinhaber weiß, was ihn das Konto kostet, müssen die Banken sowohl vor Vertragsschluss als auch während der Vertragslaufzeit über alle Gebühren transparent informieren.

Den besten Überblick sollen künftig Vergleichs-Webseiten geben. Und: Gibt es einmal Streit mit dem Finanzinstitut um eine Finanzanlage oder ein Konto, gibt es auch hier künftig die gute Möglichkeit der außergerichtlichen Streitbeilegung.

Damit will die Bundesregierung dem Verbraucher endlich zu seinem Recht verhelfen.

Gerichtliche Verfahren sind nämlich eher langwierig, teuer und mühsam, was viele davon abhält, ihr Anliegen gegebenenfalls vor Gericht zu bringen. Außerdem haben Banken erfahrungsgemäß einen sehr langen juristischen Atem.

 

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