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Gemeinsames Testament einseitig lösen?

02.02.2016

Meine Frau und ich haben vor fünf Jahren ein gemeinsames Ehegattentestament abgefasst.

Wie das Leben so spielt, haben wir uns gestritten und sind nun unterschiedlicher Auffassung über das Erbe.

Ich möchte nunmehr eine Person, die im Testament großzügig bedacht wird, nicht mehr begünstigen und aus dem Testament streichen. Meine Frau will das nicht.

Da in dem Testament auch unsere Bestattung geregelt ist, möchte ich wissen, wie ich meine Ansichten nun testamentarisch verwirklichen kann.

Ich meine, es reicht doch, wenn ich ein neues Testament schreibe, es zählt ja immer das letzte, oder?

Ein Mensch kann so viele Testamente schreiben, wie er möchte. Es zählt tatsächlich immer das letzte, aktuellste Testament.

Nun haben Sie aber kein eigenes Testament verfasst.

Eheleute und Verpartnerte können ein gemeinsames Testament aufsetzen. Dieses gilt dann für beide. Jeder der beiden kann und darf sich aber auch darauf verlassen, daß es so, wie im gemeinsamen Testament festgelegt, auch bleibt.

Einseitig kann man nun kein neues, aktuelleres Testament verfassen.

Ein einseitiges neues Testament wäre meiner Meinung nach wirkungslos und ungültig.

Das ist aber auch völlig richtig so. Denn vielfach bestehen innerhalb eines Ehegatten- oder Partnertestaments ja gegenseitige Bezüge und Verflechtungen.

Beispielsweise nach dem Motto: Meine Kinder bekommen das Haus und die Kinder, die Du mit in die Ehe gebracht hast, bekommen dafür die Ferienwohnung auf Mallorca.

Vielleicht würde der eine Partner das eine Haus gar nicht in dieser Form den Kindern vererben, wenn nicht auch das andere Erbe so wie besprochen verteilt wird.

Damit nun keiner aus dem gemeinsamen Willen ausscheren kann, muß es zunächst beim gemeinsamen Testament bleiben.

Das bedeutet aber nicht, daß man nicht doch ein neues einzelnes Testament abfassen kann.

Jedoch geht das nicht ohne Wissen und Mitwirkung des anderen, das ist der springende Punkt.

Der richtige Weg wäre, wenn Sie zu einem Notar gehen und dort erklären, daß Sie das gemeinsame Testament nicht mehr wünschen.

Stattdessen teilen Sie dem Notar ihre neuen Wünsche mit.

Nun wird der Notar dafür sorgen, daß der andere Testamentspartner von diesem Änderungswunsch erfährt.

So hat auch dieser die Chance, seinen letzten Willen entsprechend den neuen Erfordernissen anzupassen.

Es könnte ja sein, daß die Eheleute/Verpartnerten sich beispielsweise gegenseitig hoch mit einem Erbe bedacht haben.

Würde nun der eine sein Geld komplett einem anderen (Zweck) vermachen, bekäme er ja im Todesfall seines Partner dessen Erbe, würde diesem aber im Falle des eigenen Todes nichts hinterlassen.

Um so etwas zu vermeiden, ist es erforderlich, daß das gemeinsame Testament wie oben beschrieben zuerst aufgehoben wird.

Wie bei allen Rechts-, Steuer- und Medizinfragen rate ich Ihnen, den Rat eines Fachmanns einzuholen.

 

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