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Gastbeitrag der Verbraucherinitiative Aeternitas e.V. zum Thema Bestattungsvorsorge

01.08.2017
Warum Bestattungsvorsorge?

Aeternitas e.V. als gemeinnützige, bundesweit tätige Verbraucherinitiative Bestattungskultur (gegründet vor ca. 30 Jahren) informiert und berät in allen organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten rund um den Trauerfall. Der Verein setzt sich als Vertreter von über 50.000 Mitgliedern für Transparenz und Liberalisierung im Bestattungswesen ein und fördert die zeitgemäße und bürgerfreundliche Weiterentwicklung und Erneuerung der Bestattungskultur. Als Lobby der Verbraucher nimmt Aeternitas Einfluss auf die Gesetzgebung zum Thema Bestattung und Friedhof und engagiert sich für mehr Selbstbestimmung und weniger Bürokratie. Mitglieder haben für einen kleinen Jahresbeitrag von € 12,-- Anspruch auf eine ausführliche und qualifizierte Beratung und Information im Trauerfall sowie u.a. bei der Vorsorge und der Planung einer Bestattung.

Als SOLIDAR unterstützen wir diese Initiative und veröffentlichen insoweit gerne nachstehenden Gastbeitrag der Aeternitas, der uns zum Thema Bestattungsvorsorge erreicht.

Warum Bestattungsvorsorge?

Mit der Vorsorge für die eigene Bestattung werden sich viele Menschen nur ungern auseinandersetzen. Schließlich denkt niemand gerne an den damit verbundenen, eigenen Tod. Doch Bestattungsvorsorge entlastet – zum einen den Vorsorgenden selbst, zum anderen die Familie oder andere Hinterbliebene.

Das Gefühl, dass die eigene Bestattung nach den persönlichen Vorstellungen ablaufen wird, schafft Sicherheit. Vielleicht besteht auch der Wunsch, bestimmte Freunde oder Bekannte in die Organisation mit einzubeziehen. Das kann ebenfalls im Rahmen der Bestattungsvorsorge geregelt werden. Eventuell fehlen aber auch Menschen, die sich später um die Bestattung kümmern können oder wollen. Gleiches gilt für die Bezahlung der Bestattung. Wird dann nach dem eigenen Tod niemand tätig und man hat nicht vorgesorgt, wird das Ordnungsamt eingeschaltet und veranlasst eine möglichst einfache, günstige Bestattung, in der Regel anonym.

Auf die Angehörigen kommen im Trauerfall zahlreiche Entscheidungen zu. Wenn sie die Bestattungswünsche des Verstorbenen nicht kennen, kann dies schnell zu Verunsicherung führen. Klare Handlungsanweisungen nehmen den Hinterbliebenen die Last der Entscheidung. Ist auch die finanzielle Seite der Bestattung bereits geregelt, bedeutet dies ebenso eine enorme Erleichterung.

Auf dem traditionellen Weg kümmerte sich die Familie um die Bestattung – meist in bekannter Art und Weise, wie es vor Ort üblich war. Über die Bezahlung machte sich kaum jemand Gedanken. Angesichts veränderter Traditionen und einer Vielzahl neuer Beisetzungsmöglichkeiten sowie weit verstreut lebender Familien erscheint die Vorsorge für die Bestattung heutzutage jedoch häufig als sinnvoll. Eine von vielen entscheidenden Fragen dabei: Wer kann und wer möchte später mein Grab pflegen? Davon hängt dann zum Beispiel die Art des Grabes ab: Klassische Familien- oder Reihengräber oder aber pflegefreie Angebote wie Gemeinschaftsgräber, Urnenwände, Baumbestattungen, Seebestattungen und vieles mehr, um nur einige zu nennen.

Der erste Schritt bei der Bestattungsvorsorge sollte stets die Information darüber sein, welche Möglichkeiten bestehen, welche Vorschriften dabei zu beachten sind und wie die eigenen Wünsche am besten zur Geltung kommen. Zu empfehlen ist darüber hinaus die Absprache mit den Menschen, die später mit den Entscheidungen derjenigen, die vorsorgen, leben beziehungsweise die Wünsche umsetzen müssen.

Welche einzelnen Aspekte die Bestattungsvorsorge betrifft und wie detailliert die Wünsche formuliert werden, ist jedem selbst überlassen. Es können zum Beispiel nur grundlegende Fragen wie Erd- oder Feuerbestattung oder aber zahlreiche Details bestimmt werden. Einige mögliche Aspekte, die sich im Rahmen der Bestattungsvorsorge klären lassen, sind:

-        Bestattungsart (Feuer- oder Erdbestattung)

-        Bestattungsort, Friedhof, Grabart.

-        Gestaltung der Abschiedsfeier und der Beisetzung.

-        Kremation (Einäscherung): Welches Krematorium?

-        Trauerkaffee/Trauermahl: Soll dies überhaupt stattfinden und wenn ja, in welchem Rahmen? Wer soll eingeladen werden?

-        Grabmal, Gestaltung des Grabes und Umstände der späteren Grabpflege.

Grundsätzlich ist zu empfehlen, die eigenen Bestattungswünsche auch schriftlich festzuhalten. So werden später Unklarheiten vermieden. Wichtig: Unterlagen zur Bestattung sollten so verwahrt werden, dass diese nach dem eigenen Tod leicht gefunden werden. Davon betroffene Personen sollten über den Aufbewahrungsort informiert werden. Bestattungswünsche gehören übrigens nicht ins Testament. Dieses wird erst Wochen nach dem Tod (und der üblicherweise dann schon erfolgten Bestattung) geöffnet.

Aus den individuellen Wünschen ergibt sich der voraussichtliche Kostenrahmen. Diesen sollte man stets im Blick haben. Schließlich sollten die Hinterbliebenen später auch bezahlen können, was für die eigene Bestattung gewünscht wird. Dabei auch schon mal Kosten sowie Leistungen zu vergleichen, ist sinnvoll und nicht pietätlos.

Bestattungen kosten häufig viel Geld. Im Durchschnitt fallen ungefähr 4.500 Euro an – ohne Grabgestaltung. Mit Grabmal und Grabanlage sind es im Schnitt etwa 6.000 bis 7.000 Euro – ohne die spätere Grabpflege. Diese Summe muss im Trauerfall ziemlich kurzfristig aufgebracht werden. Aber auch schon 2.000 oder 3.000 Euro für eine sehr einfache Bestattung stellen für viele Menschen ein Problem dar – ganz zu schweigen von Kosten in Höhe von 10.000 Euro und mehr, die für eine aufwendigere Bestattung schnell zusammen kommen.

Für die Absicherung der Bestattungskosten bietet sich eine Reihe verschiedener Möglichkeiten an, je nach persönlicher Situation. Zum Beispiel kann der nötige Betrag im Rahmen eines Bestattungsvorsorgevertrages mit einem Bestatter auf einem Treuhandkonto hinterlegt oder als Einmalbeitrag in eine Sterbegeldversicherung mit dann sogar höherer Versicherungssumme eingezahlt werden.

Für diejenigen hingegen, die über keine ausreichenden finanziellen Rücklagen verfügen, empfiehlt es sich, mit kleinen Beträgen schrittweise ein finanzielles Polster anzusparen. Abzuraten ist hierbei jedoch von einem Sparkonto. Es dauert lange, bis der notwendige Betrag angespart ist. Und stirbt man frühzeitig, reicht das Geld noch nicht für die Bestattungskosten. Bei einer Sterbegeldversicherung hingegen wird im Todesfall schon sehr bald nach einer (je nach Anbieter unterschiedlich langen) Wartezeit von ein bis drei Jahren der volle Betrag fällig. Aber auch vor Ablauf dieser Wartezeit fließen im Todesfall üblicherweise schon Anteile aus der vereinbarten Versicherungssumme

Problematisch ist ein Sparkonto auch dann, wenn Leistungen zum Lebensunterhalt beantragt werden („Sozialhilfe“), zum Beispiel für Pflegekosten im Alter. Solches Vermögen muss erst aufgelöst bzw. „verwertet“ werden, bevor Leistungen durch das Amt gezahlt werden. Anders ist es bei einer eindeutig zweckgebundenen Bestattungsvorsorge im Rahmen eines Vorsorgevertrages beim Bestatter oder einer Sterbegeldversicherung. Diese sind dann – soweit sie sich im üblichen Rahmen halten – geschützt.

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