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Friedhofs-Eigenbetriebe und die steigenden Kosten

08.12.2015

Nicht immer ist es für die Bürger von Vorteil, wenn Städte die Aufgaben ihrer Ämter an Privatunternehmen oder unternehmerisch geführte Eigenbetriebe übertragen.

Vor der Hand wird immer argumentiert, so könne ein stark defizitärer Bereich auch in Zukunft wirtschaftlich arbeiten.

Nun ist das aber so, daß es sich beim Friedhofswesen um eine der originären Aufgaben einer Stadtverwaltung handelt, so wie das Bereitstellen von Trinkwasser, die Entsorgung des Abwassers und des Mülls, sowie die Instandhaltung der Infrastruktur.

Menschen, die in einer Stadt gewohnt haben, haben auch einen Anspruch auf gut gepflegte Friedhöfe und einen bezahlbaren Platz darauf.

Wie es gehen kann, zeigt dieser Artikel in der WAZ.

Die Bürger klagen in solchen Fällen oft über weniger gut gepflegte Friedhöfe, einen schlechteren Service und ein eingeschränktes Angebot.

Das rührt daher, daß die nun wirtschaftlich handelnden Unternehmen zunächst einmal an der Kostenschraube drehen. Und das bedeutet schlicht und ergreifend: Weniger Personal, weniger Dienstleistung, weniger in allem.

Gleichzeitig stellen solche Eigen- oder Folgebetriebe dann oft fest, daß die vorher gerechneten Deckungszahlen nicht erreicht werden können.

Denn so lange das Friedhofswesen als wichtige kommunale Aufgabe, als Dienst am Bürger, verstanden wurde, waren die Kommunen immer auch Träger eines eventuell entstehenden Defizits.

Auch nach dem Übergang auf die privatwirtschaftlichen Träger sehen sich die Kommunen oft noch in der Verantwortung und tragen einen Teil der Unterdeckung.

Aber zusammen mit den Gewinnerwartungen, die der Stadtkämmerer auf der anderen Seite an die Eigenbetriebe hat, ergibt sich, daß hinterher bei weniger Leistung doch mehr Kosten entstehen.

Das wiederum führt dazu, daß die Gebühren immer weiter steigen müssen. Zwar ist dann von Steigerungen im bezahlbaren Rahmen oder einer "erträglichen, moderaten Kostenerhöhung" die Rede, das soll aber nur verbrämen, daß Kostenerhöhungen eben Erhöhungen der Kosten sind und unterm Strich das Geld der Bürger kosten.

 

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