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Feiern statt Trauern - El Día de Muertos

31.03.2014
Trauer assoziiert man hierzulande mit Niedergeschlagenheit, Mangel an Lebensfreude und dem Tragen schwarzer Kleidung. Eine ganz andere Form der Trauerbewältigung ist jedoch auch möglich und durchaus nachvollziehbar - eine Totenfeier nach mexikanischer Art. Vor allem in den ländlichen Gegenden Mexikos wird es Mitte Oktober in den Straßen und Geschäften bunter und „belebter“. Das mag kontrovers klingen, wenn es um das Thema Tod geht, aber für die Lateinamerikaner ist das Feiern und das Gedenken an die Verstorbenen Ehrensache und somit eine Zeit der Freude und eine Art, den Tod und die Erinnerung an die Toten bewusster in das Leben zu integrieren.

 

Gestärkt zurück ins Jenseits

Laut des altmexikanischen Glaubens kommen einmal im Jahr, zur Erntezeit, die Toten zu Besuch aus dem Jenseits und feiern mit den Lebenden. Diese Feiertage, die vom 31. Oktober bis zum 2. November andauern, sind unter dem Namen „Día de Muertos“ bekannt. Wochen zuvor beginnt die Vorbereitungszeit: der ganze Ort wird mit ‚Calaveras‘ (Skelette aus Pappmaché, Gips oder Zucker), Blumen und Totenköpfen geschmückt. In den Wohnungen und auf öffentlichen Plätzen werden die ‚Ofrendas‘ (Totenaltäre, Gabentische) mit Speisen und Getränken, Blumen, Kerzen und persönlichen Erinnerungen, z.B. Fotos, gedeckt und mit Weihrauch begleitet. Diese Gaben dienen als Stärkung der Toten, die in der Nacht zum 2. November empfangen werden. Dazu werden Wegweiser in Form von Blumen vom Friedhof bis zum Haus der Familie verteilt, die sogenannten ‚Flores de Muertos‘ (Blumen der Toten).


Eine Nacht zuvor, in der „Nacht des Hundes“, wird die Ankunft der verstorbenen Kinder erwartet, der ‚Angelitos‘ (kleine Engel). Schließlich verabschiedet man die Verstorbenen auf den Friedhöfen und um Mitternacht gehen die Toten zurück ins Jenseits bis sie im nächsten Jahr zurückkehren.

Anfang eines neuen Lebens

 

Doch nicht nur am „Día de Muertos“, auch in individuellen Todesfällen wird die spezielle Art der Trauerbewältigung vollzogen. Der Tote wird öffentlich aufgebahrt, Verwandte, Freunde, Bekannte und Nachbarn kommen zu Besuch. Es werden Anekdoten erzählt, gelacht und Erinnerungen ausgetauscht. Es herrscht eine lockere und entspannte Stimmung und Niemand ist in schwarz gekleidet. Man betet nicht für den Toten, sondern für die Hinterbliebenen. Das Leben wird als eine Art Lauf zu Gott und der Tod als Ziellinie interpretiert - schon die Azteken sahen den Tod nicht als Ende, sondern als Anfang eines neuen Lebens, eine Übergangsphase zu einer anderen Daseinsform. 

Denken Sie doch auch mal darüber nach, die Zeiten der Trauer anders zu begehen - etwa in der Art der Mexikaner oder in einer anderen Form, die weg von den üblichen Schritten des Trauerns geht und hin zu einer Art, in der man auch dankbar und fröhlich sein kann.

 

Bildquelle: Shutterstock.com, AGCCuesta, Elisanth

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