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Die Jungs aus dem Kohlenpott - Eine Hommage

07.08.2015

Ja, ich wollte ja noch weitererzählen, warum ich gerne hier für die Solidar-Versicherung schreibe.

Ich stamme ja selbst aus dem Kohlenpott, wie man früher so sagte. Zwar gibt es heute keine Zechen mehr im Revier, aber in den Köpfen vieler Menschen wird das Ruhrgebiet immer noch gleichgesetzt mit Kohle, Stahlhütten und verdreckten Städten.

Und ja, es gibt sie noch, die Straßenzeilen und Siedlungen mit verschmutzten Fassaden, und die Straßen, die von (ehemaligen) Industrieanlagen gesäumt sind.

Aber das ist inzwischen die Ausnahme geworden.

Wenn ich heute ins Ruhrgebiet komme, dann komme ich in eine nach Millionen Einwohnern zählende Metropolregion.

Ich nenne die Gegend, nach der größten Stadt Essen immer "Assindianapolis".

Hinweis: Etwas über den lat. Namen Essens findet man z.B. hier.

Und ich komme in eine grüne Region.

Es gibt die rauchverhangenen Himmel meiner frühen Kindheit nicht mehr, die Frauen müssen die Wäsche nicht mehr vorzeitig rein holen, weil sie sonst auf der Leine verdreckt.

Das ist seit Jahrzehnten vorbei.

Heute ist "der Pott" eine grüne Dienstleistungs-, Handels- und Verwaltungszone geworden.

Schon im 19. Jahrhundert war das Ruhrgebiet ein Schmelztiegel. Die Arbeiter - so auch meine Vorfahren - kamen ab 1850 und früher aus Schlesien, Pommern, Ostpreußen, Böhmen, Belgien, Holland und England ins Ruhrgebiet, weil es da sichere und gut bezahlte Arbeit gab.

Aus den Dialekten der Arbeiter entwickelte sich das typische Ruhrdeutsch und eine auf gegenseitiger Toleranz basierende Mentalität.

Unter Tage kannst Du keinen Unterschied machen zwischen einem der von hier kommt und einem der von da kommt. Das kann lebensgefährlich sein. Nein, da ist man auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen und wird zusammengeschweißt.

Ich will das nicht romantisieren oder schön malen, das war eine harte Zeit mit vielen, vielen Problemen.

Aber sie hat dazu geführt, daß im Ruhrgebiet das offene Wort regiert. Die Menschen dort stehen nicht hinter den Gardinen und meckern heimlich über die Nachbarn, die gehen aufeinander zu und sagen was Sache ist.

Von Fremden wird das manchmal als keck und vorlaut empfunden, aber meist ist es mit dem offenen Wort dann auch getan, man hat die Sache geklärt und muß nicht ewig irgendwas in sich reinfressen.

Als ich nun vor etlichen Jahren die Herren Mosbach und Reimann von der Solidar kennenlernte, da war sofort eine Verbundenheit spürbar. Wir redeten einfach die selbe Sprache.

Und damit meine ich nicht den Ruhrgebietsdialekt, den die beiden Herren sicher können, aber im geschäftlichen Bereich eher nicht pflegen. Und ich habe inzwischen, obwohl ich mich um gutes Deutsch bemühe, ganz sicher auch schon eine süddeutsche Färbung in der Sprache angenommen.

Nein, um den Dialekt geht es nicht.

Es geht um das offene Wort.

Man kann sich sagen, was Sache ist. Man redet auf Augenhöhe, wie man heute so sagt. Man hat einen gehörigen gegenseitigen Respekt und muß sich trotzdem nicht verstellen, nichts verstecken und sich nicht verklausuliert ausdrücken.

Das gefällt mir so.

Man hat einfach den Eindruck, daß man es mit humorvollen, mitten im Leben stehenden Leuten zu tun hat, die kein bißchen überkandidelt sind.

Hier in der Gegend, die ich kein bißchen schlechter finde, ist das manchmal anders. Da ist der Besitzer eines kleinen Unternehmens auch schon gerne mal der "Herr Direktor".

Nein, ich habe einfach den Eindruck, daß bei der Solidar echte Menschen, wie Du und ich, für echte Menschen arbeiten.

Und das finde ich einfach gut.

Da steht man keinen unerreichbaren Vorstandsmitgliedern gegenüber, die sich hinter vollen Terminkalendern verschanzen, da steht man nicht einem nach tausenden von Mitarbeitern zählendem Konzern gegenüber, sondern richtig echten Menschen, die anrufen kann, zu denen man hinfahren kann und die einen auch anhören und in einer Sprache antworten, die man auch versteht.

 

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