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Darf ich meine Oma selbst verbrennen?

27.10.2015

Unter dem obigen Titel ist ein schönes Buch von mir erschienen.

Heute Morgen habe ich selbst mal wieder darin geblättert, weil ich mich für ein Radio-Interview vorbereiten mußte.

Dabei bin ich auf eine kuriose Frage gestoßen, die sehr gut hierher paßt.

Das ganze Buch handelt ja von kuriosen Fragen, die Leute an mich als Bestatter gestellt haben.

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Da hatte ein Ehepaar eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen und nach einigen Jahren nochmals die Police zur Hand genommen. Dabei stellten sie fest, daß die Beitragszahlungen mit einem bestimmten Alter endeten.

Nun fragten sie sinngemäß an: "Wir haben gesehen, daß unsere Sterbegeldversicherung nur bis zum 65. Lebensjahr läuft. Was passiert denn dann, wenn wir noch gar nicht tot sind?"

Nun, das ist ganz einfach: Wenn das Datum erreicht ist, schickt der Bestatter sofort seinen Wagen los und holt die Leute ab. Vertrag ist schließlich Vertrag!

Ich meine, man kann ja nicht so einen Vertrag unterschreiben und dann nicht sterben wollen...

Nee, ist natürlich nur Spaß. Das Endalter 65 bedeutet weder, daß man dann sofort sterben muß, noch daß es danach kein Geld mehr von der Versicherung gibt.

Tatsächlich ist es so, daß man mit Erreichen dieses Alters seine Beitragspflicht erfüllt hat und nicht mehr weiter einzahlen muß.

Das ist eine gute Variante, denn mit Erreichen des Rentenalters sinken erfahrungsgemäß die Bezüge und man ist froh, wenn man dann nichts mehr in die Sterbegeldversicherung einbezahlen muß.

Trotzdem gibt es auch noch eine Variante, bei der man bis zum 85. Lebensjahr Beiträge zahlen muß. Diese Variante hat geringere Beiträge, weil man ja auch länger einzahlt, und ist natürlich die Variante der Wahl, wenn man beim Abschluß der Versicherung schon über 60 Jahre alt ist.

Natürlich sind die Beiträge höher, wenn man erst so spät in die Sterbegeldversicherung eintritt, ist ja klar. Wir wissen, je früher man einsteigt, umso geringer die Beiträge.

Aber manchmal hat man sich eben nicht vorher dafür entscheiden können und möchte das nun nachholen.

Auch mit höherem Alter ist die Sterbegeldversicherung nämlich attraktiv. Man darf nicht nur darauf schauen, was man einzahlt und was später ausgezahlt wird. Das darf man bei keiner Versicherung.

Denn eine Sterbegeldversicherung ist ebensowenig eine Geldanlage, wie es eine Hausrat- oder Autohaftpflichtversicherung ist. Wie alle Versicherungen ist der große Vorteil, daß die Sterbegeldversicherung auch dann schon den vollen (bei Unfalltod den doppelten) Betrag auszahlt, wenn man lange noch nicht so viel einbezahlt hat, wie die Versicherungssumme ausmacht.

Ein 61-jähriger zahlt für eine Versicherungssumme von 4.000 € im Tarif EB18 monatlich z.B. 18,56 € in die Sterbegeldversicherung ein.

Nach drei Jahren verstirbt er.

Bis dahin sind erst 668,16 € an die Versicherung gezahlt worden, seinen Angehörigen werden aber 4.000 € plus eventuelle Zuschläge überwiesen.

Diese Sicherheit ist es, die man sich mit dem Beitrag an eine Sterbegeldversicherung erkauft.

Das muß man einfach wissen: Eine Versicherung ist kein Sparbuch.

Auch bei der Hausratversicherung ist es ja so, daß man vielleicht sein Leben lang jedes Jahr seine Beiträge bezahlt und niemals einen entsprechenden Schaden zu melden hat. Am Ende hat man die Versicherung rückblickend völlig umsonst bezahlt, es hat sich nicht gerechnet.

Nun bei der Sterbegeldversicherung ist es so, daß man eins sicher weiß: Das versicherte Risiko tritt irgendwann so sicher ein, wie das Amen in der Kirche.

Und sogenannte Finanzexperten machen immer wieder den Fehler, Sterbegeldversicherungen mit einem Sparbuch zu verwechseln und schauen nur nach der Rendite.

Dafür ist eine Sterbegeldversicherung aber gar nicht da. Kein Mensch käme bei anderen Versicherungen, wie z.B. der Autohaftpflichtversicherung auf die Idee, nachzurechnen, ob sich das unterm Strich lohnt und ob da eine Rendite herausspringt.

Man kann doch froh sein, wenn man zwar jahrelang eingezahlt hat, aber keinen Autounfall hatte. Den Ärger braucht doch niemand, oder?

Aber wenn mal was passiert, dann hat man die Autoversicherung und kann beruhigt sein.

So ist das bei der Sterbegeldversicherung auch.

Vielleicht hat man einen Tarif gewählt und ist sehr spät eingestiegen und hat dann, wenn man all die Jahre zusammenzählt, unterm Strich, genau wie bei der Autoversicherung sogar etwas mehr eingezahlt, als am Ende herauskommt.

Das betrifft allerdings die wenigsten Versicherten. Aber dann hatte man viele, viele Jahre auch die Sicherheit, daß dieser volle Betrag gezahlt wird, ohne daß man ausreichend einbezahlt hat!

Man bezahlt für das Versprechen, daß eines Tages Summe X bezahlt wird und nicht für irgendeine Rendite.

 

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