Direkt Beitrag berechnen

Ihr Beitrag

Tarif 18
nur 0 € monatlich
Tarif 19
nur 0 € monatlich
Tarif EB
0 € einmalig

Bestattungsvorsorge -Teil 1-

Aus meiner langjährigen Berufserfahrung als Inhaber eines Bestattungshauses ist mir ein Eindruck besonders im Gedächtnis haften geblieben.

Es ist dies das Bild der Witwen und Witwer, oder überhaupt der Hinterbliebenen, die auf die Frage nach der Bestattungsart keine Antwort wußten.

"Welche Art von Bestattung haben Sie sich denn vorgestellt?"

"Wie meinen Sie das?"

"Nun, soll es eine Erdbestattung sein oder eine Feuerbestattung? Wünschen Sie ein Reihengrab oder ein Familiengrab?"

Und dann kam so oft - viel zu oft, wenn Sie mich fragen - die Antwort: "Sie, da hab ich nicht die geringste Ahnung!"

Ja und dann weinten sie und waren fassungslos, weil sie selbst diese einfache Frage nicht beantworten konnten. Man hatte es schlichtweg versäumt, zu Lebzeiten über dieses Thema zu sprechen.

Frauen sagen oft, ihr Mann sei so einer gewesen, der habe immer gleich abgewunken, wenn es um das Thema Tod oder Beerdigung gegangen sei.

Ja, das ist ja auch verständlich. Menschen überhaupt und Männer im Besonderen wollen sich nicht gerne mit der eigenen Vergänglichkeit befassen. Männer sagen auf entsprechende Fragen oft so etwas wie: "Mir ist das egal, meinetwegen verscharrt mich im Wald."

Aber auch Männer kamen zu mir und hatten noch nie mit ihrer Frau darüber gesprochen, sie hatten das Thema vermieden, vielleicht weil sie sich nicht vorstellen konnten, daß ihre Frau vor ihnen gehen würde.

Dabei muß man sich doch nicht in einer ernsthaften Zeremonie hinsetzen, zwei Kerzen anzünden und das Gebetbuch aufschlagen und sagen: "So, jetzt setzen wir uns hin und reden mal darüber, wie du beerdigt werden willst!"

Es gibt doch so viele Gelegenheiten, in denen man beiläufig das Gespräch auf das Thema bringen kann. Sei es die Beerdigung eines anderen Menschen oder sei es anläßlich eines Fernsehbeitrags, in dem eine Beerdigung vorkommt.

Am Besten man beginnt bei sich selbst und sagt vielleicht so etwas wie: "Also, so wie der da beerdigt wurde, das würde mir auch gefallen, eine schöne Erdbestattung in einem Doppelgrab neben Dir und dann anschließend ein schönes Kaffeetrinken für die Familie."

Und wenn dann noch keine Reaktion kommt, könnte man nachhaken: "Oder wie siehst Du das?"

Ich wette, wenn man es auf diese Weise versucht, dann kann man sich dem Thema auch ohne große Ernsthaftigkeit und Bedrückung nähern.

Aber bedenken Sie, das was ich Ihnen hier schildere, das ist die erste Stufe der Bestattungsvorsorge!

[lightgrey_box]1. Stufe der Bestattungsvorsorge:

Sprechen Sie mit Ihren Lieben über Ihre eigenen Vorstellungen und erkunden Sie deren Wünsche![/lightgrey_box]

Sie ersparen Ihren Hinterbliebenen so viel Kummer und Sorgen!

Ich erinnere mich an eine Witwe, die zwei Tage überlegen mußte und dann für ihren verstorbenen Mann eine Feuerbestattung bestellte.

Sie wisse zwar immer noch nicht genau, ob ihr Mann das so gewollt hätte, aber vielleicht sei das der einfachste Weg.

Drei Wochen nach der Einäscherung, kurz vor der Urnenbeisetzung saß die Frau wieder bei mir und weinte bittere Tränen. Inzwischen habe sie Gelegenheit gehabt, mit einem weit entfernt lebenden Verwandten zu sprechen und ausgerechnet dem hatte ihr Mann einmal erzählt, er wolle auf gar keinen Fall verbrannt werden. Nun machte sich die Frau große Vorwürfe und war fast einem Zusammenbruch nahe.

Ich wollte ihr Trost zusprechen und setzte in meiner Argumentation alles auf eine Karte und fragte sie: "Was meinen Sie denn? Hätte ihr Mann es gerne gehabt, eines Tages gemeinsam mit ihm in einem Grab zu liegen?"

Sie nickte heftig: "Ich glaube schon."

Ich fragte weiter: "Und wie wollen Sie denn einmal bestattet werden? Eingeäschert oder eine Erdbestattung?"

"Ich will verbrannt werden!"

"Na, dann haben Sie doch alles richtig gemacht! Ihr Mann ist eingeäschert worden, Sie wollen das auch eines Tages haben und somit können dann doch beide Urnen in ein Grab."

Sie nickte und war erleichtert. So hatte sie es noch nicht gesehen und ja, sie lächelte sogar. "Ach, was bin ich froh, daß ich mit Ihnen gesprochen habe", sagte sie.

Ja, dachte ich, hättest du nur vorher mit deinem Mann gesprochen...

Es kostet kein Geld und dauert nur ein paar Minuten. Man braucht keinen Priester, Bestatter oder sonstwen dazu: Man muß einfach nur mal drüber reden.

Tun Sie's!

 

Zurück


Archiv