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Bestattungskosten für einen Verbrecher bezahlen?

Ich habe ein sehr großes Problem. Die Eltern meines Lebensgefährten wurden kurz nach seiner Geburt geschieden, da sich herausstellte dass der Vater ein Verbrecher war und sogar seine Frau mit in seine Verbrechen reinziehen wollte.

Er hat den größten Teil seines Lebens hinter Gittern verbracht und sich nie wieder um meinen Lebensgefährten gekümmert, geschweige denn Unterhalt gezahlt.

Die wenige Zeit, die er in Freiheit verbrachte, nutzte er um weitere Frauen zu heiraten, zu belügen und betrügen und unglücklich zu machen und weitere Kinder in die Welt zu setzen.

Mein Lebensgefährte und ich wollen bald heiraten. Deshalb ist es sehr wichtig für mich zu wissen ob es eine Möglichkeit gibt, in diesem extremen Fall, dass man nicht für die Bestattungskosten für diesen Abschaum aufkommen muß. Für eine kompetente Antwort bedanke ich mich im voraus.

Die Bestattungskosten haben die Angehörigen zu zahlen. So steht es in allen Landesbestattungsgesetzen. Dort steht auch, in welcher Reihenfolge die Angehörigen von der Bestattungspflicht betroffen sind.

Normalerweise ist das zunächst einmal der Ehepartner, dann die Kinder, dann die Eltern, dann die Geschwister usw.

In Ihrem persönlichen Fall würde ich mir keine allzu großen Sorgen machen.

Sie schreiben ja selbst, daß der Mann neben ihrem Lebensgefährten noch eine ganze Reihe weiterer Kinder in die Welt gesetzt hat und auch mehrmals verheiratet war.

Verstirbt dieser Mann nun und kümmert sich von sich aus keiner der Angehörigen um die Bestattung, wird er von Amts wegen bestattet.

Im Nachgang wird die Friedhofs- oder Ordnungsbehörde nun versuchen, die Bestattungspflichtigen ausfindig zu machen.

In aller Regel wenden sie sich an die letzte Ehefrau, mit der der Verstorbene eventuell ja noch verheiratet war.

In diesem Fall ist ihr Lebensgefährte außen vor.

War der Verstorbene hingegen zum Zeitpunkt seines Todes nicht mehr verheiratet, so sind die Kinder an der Reihe.

Auch hier wird man sich zunächst einmal an die Kinder aus der letzten Ehe halten. Nur wenn die Behörden sich die Mühe machen, alle leiblichen Kinder zu ermitteln, wird auch ihr Lebensgefährte betroffen sein.

In diesem Fall sollte er auf jeden Fall das Erbe ausschlagen, da der Erbe auch die Bestattung bezahlen muß. Gibt es unter den Kindern eines, das das Erbe annimmt, hat dieses dann die Bestattung zu bezahlen.

Nimmt kein Kind das Erbe an, müssen alle Kinder gemeinsam für die Kosten aufkommen.

Solche Fälle sind mir viele bekannt und am Ende sind es meist nur wenige hundert Euro, die man zahlen muß. Das hängt natürlich davon ab, wie viele Kinder vorhanden sind.

Aber man kann leicht überschlagen, daß bei sagen wir 2.800 € Bestattungskosten und vielleicht 8-10 Kindern der Betrag, der auf jedes einzelne entfällt nicht besonders hoch sein dürfte.

Natürlich gab es auch schon mal Urteile, daß man als Kind nicht für die Bestattungskosten aufkommen muß. Da war der Grund dann langjährige Gewalt und Mißbrauch und man wollte dem so behandelten Kind nicht auch noch die Kosten aufbürden.

Aber solche Urteile sind die Ausnahme. Die Regel ist, wie ich in meinem ersten Satz schrieb, daß die Angehörigen die Bestattungskosten zu tragen haben.

Da der Fall absehbar ist und in der Zukunft liegt, kann man sich durch einfaches Sparen eines geringen monatlichen Betrages auf diesen Fall vorbereiten.

Tritt der Fall dann ein, hat man entweder die Mittel zur Verfügung, um ohne Schwierigkeiten auch dieser Forderung nachzukommen oder man hat Glück und muß nicht bezahlen, dann hat man eine kleine Summe für andere Anschaffungen übrig.

Für einen solchen Fall eine Sterbegeldversicherung abzuschließen, halte ich nicht für sinnvoll.

Aber Sie und ihr Lebensgefährte haben ja durch diese Geschichte hautnah erlebt, wie sich das Leben entwickeln kann. Daher wäre es sicher keine schlechte Idee, gleich zu Anfang der Ehe für beide eine Sterbegeldversicherung bei der Solidar einzurichten.

Dazu kann ich nur raten, denn eins ist sicher: Wir alle müssen eines Tages sterben. Und genau so sicher ist auch: Irgendjemand wird dafür bezahlen müssen.

Damit es später keine Sorgen bei den Angehörigen gibt, sollte eine Bestattungsvorsorge mitsamt Sterbegeldversicherung für jedermann Ehrensache sein.

 

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